Plötzlich, in den letzten Wochen unseres Millenniums, will sie unbedingt nach New York. Vollkommen geistesgegenwärtig läßt sie sich auf die neue Welt ein: Die Dauerläufer auf den Dächern von Manhattan, die Eiligen im vorweihnachtlichen Käuferstrom, die Radfahrer in den Schaufenstern der Sportstudios. Auch sie kann sich schließlich dem New Yorker Strom nicht entziehen, will dazugehören: "Dagegensein nimmt alle Sinnenfreude." Und mit einem auffälligen Hut gelingt es ihr endlich, angesprochen zu werden, Leute kennenzulernen, die man Freunde nennt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Einleitend schickt Heinrich Vormweg voran, wie unzählig viele Versuche es bereits gegeben hat, eine erste Ankunft in New York literarisch wieder zu geben. Grosse Neuigkeiten seien daher in diesem Buch kaum zu erwarten, dafür aber eine Überraschung: Denn Angela Krauß erweist sich nach Ansicht des Rezensenten als möglicherweise die einzige, die in der Lage ist, "etwas so leichtes, so schwer Fassliches, so Unbestimmtes, so Persönliches wie ein Erleben zu erzählen." Hier werde keine Stadterkundung betrieben. Der Schwerpunkt liegt nach Vormweg in vor allem in der Wahrnehmung, in Gefühlen und Gedanken. Dieses Erleben umfasse vor allem auch etwas, was sich um den Freiheitsbegriff rankt: Leichtigkeit, nichts mehr zu erwarten, frei zu sein von Gedanken und Erinnerungen, aber auch der Verlust von Gemeinsamkeiten, Verbindlichkeiten, Mitleid und eine zunehmende Isolation.
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