Anika Decker

Wir von der anderen Seite

Roman
Cover: Wir von der anderen Seite
Ullstein Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783550200373
Gebunden, 384 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

"Zum ersten Mal sehe ich mich im komplett im Spiegel. Ich bin dünn und bucklig, meine Muskeln sind verschwunden, meine Haut ist gelb von der angeschlagenen Leber. Irgendjemandem sehe ich ähnlich. Wem denn nur? Dann fällt es mir ein: Ich sehe aus wie Mr. Burns von den Simpsons! Immerhin immer noch Körbchengröße C. Ihr seid die echten Survivor!" Als Rahel Wald aus einem heftigen Fiebertraum erwacht, versteht sie erst mal gar nichts. Wo ist sie, warum ist es so laut hier, was sind das für Schläuche überall. Nach und nach beginnt sie zu verstehen: Sie ist im Krankenhaus, sie lag im Koma. Doch richtig krank sein, hatte sie sich irgendwie anders vorgestellt: feierlicher, ja, heiliger.
Als Komödienautorin kennt sich Rahel durchaus mit schrägen Figuren und absurden Situationen aus, aber so eine Reise von der anderen Seite zurück ins Leben ist dann doch noch mal eine eigene Nummer. Vor allem, wenn der Medikamentenentzug Albträume und winkende Eichhörnchen hervorruft. Zum Glück kann sie sich auf die bedingungslose Unterstützung ihrer verrückten Familie verlassen, die immer für sie da ist. Und noch etwas wird Rahel immer klarer: Ihr Leben ist viel zu kostbar, um es nach fremden Erwartungen auszurichten. Von jetzt an nimmt sie es selbst in die Hand.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 27.07.2019

Rezensentin Hannah Lühmann hat der Debütroman von Anika Decker positiv überrascht: Die Drehbuchautorin von Kassenschlagern wie "Keinohrhasen" kann definitiv auch Literatur, freut sich die Kritikerin. Der Roman, in dem die Hauptfigur eine schwere Blutvergiftung erleidet und sich langsam ins Leben zurück kämpft, ist autobiografisch inspiriert und zugleich wahnsinnig komisch und schrecklich, meint Lühmann. Dass die Autorin schnoddrig und temporeich schreibt und ihre Leidensgeschichte mit den kuriosen und auch deutlich diskriminierenden Erfahrungen einer jungen deutschen Drehbuchautorin abwechselt, hat insgesamt "ein richtig gutes Buch" ergeben, lobt die beeindruckte Kritikerin.
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