Als ihr Mann noch zu Hause wohnte, sahen die Wochenenden anders aus: da haben sie Fahrradtouren gemacht, mit den Kindern gebastelt und Reisen geplant. Durch seinen Weggang hat sich vieles verändert, und der Anfang war schwierig: die falsche Rücksichtnahme der Freunde, die sonst nur Paare eingeladen hatten. Aber auch daran gewöhnt man sich, und heute sind sie fast wieder eine ganze Familie. Die Kinder kommen samstags inzwischen alleine zurecht: Elsa, die jüngste, ist zum Mittagessen bei der Nachbarin, was ihr allerdings gar nicht passt. Lucas kann sich vor den Schaubuden nicht recht entscheiden, ob er sich lieber Wei-Wei, die kleinste, oder Berta, die dickste Frau der Welt ansehen soll. Morgen werden sie alle den Vater besuchen, so wie jeden Sonntag - aber Sonntag ist erst morgen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.11.2000
Der Roman von Anita Siegfried ist in den fünfziger Jahren in der Schweiz angesiedelt. Neben der Evokation der "dumpfen Atmosphäre" der Zeit geht es ihr, stellt der Rezensent Martin Zingg fest, aber vor allem um die Beschreibung von "jungen Menschen mit durchaus aktuellen, vermutlich zeitlosen Erwartungen". Der Roman spielt in einer einzigen Familie an einem einzigen Tag , an dem es um den bevorstehenden Anstaltsbesuch beim psychisch kranken Vater geht, an dem die Mutter Migräne hat und die Kinder sich mit amourösen Hoffnungen und Zweifeln herumschlagen. Martin Zingg lobt die "wunderbaren Standbilder", zu denen das "kaleidoskopartige" Erzählen Siegfrieds gerinnt und findet es nur hin und wieder etwas anstrengend, wenn das Tempo "fast zu atemlos" wird.
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