Der Schriftsteller Beat Brechbühl schreibt über Adolf Dietrich, den bedeutendsten "naiven" Maler der Schweiz. Vor dem Hintergrund einer Fußreise von Berlingen am Bodensee nach Frauenfeld an der Thur ist eine Erzählung entstanden über Sehen und Malen, Sehen und Schreiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.05.2000
Die "Fußreise" eines Malers durch eine Landschaft, die er zeichnend vermisst, "von einem Schriftsteller gedanklich nachvollzogen", wird von Almut Fink sehr einfühlsam besprochen, wenn sie auch manchmal in allerheftigste Kritikerprosa verfällt. So gibt sie selbst ein Beispiel für die Wirkung von Brechbühls Text, an dem sie "die Kunst, mit dürren Worten einen Boden zu bereiten, auf dem die Imagination ihre Blüten treibt" lobt. Dann beschreibt sie die fast 40jährige Auseinandersetzung des Schweizer Schriftstellers Beat Brechbühl mit dem Thurgauer Malerautodidakten und ihre Übersetzung in die vorliegende Erzählung. Darin vollziehe der Autor eine fiktive Wanderung des Malers nach: den Gang von der Bauernkate Dietrichs auf den Markt, vier Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Ein Mann, der "alles, was ihm je begegnet ist, im Gedächtnis gestapelt" hat. Nur nicht den Krieg, der als "Subtext des Grauens" nun die "friedlich-heitere Fußwelt" trübt. Und Finck ahnt, "dass dem Autor des Malers fehlender Blick für die Schrecken der Welt Kummer bereitet".
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