Unter dem sinkenden Stern der Sowjetunion träumt Nastja von Modern Talking und dem fernen Westen, als Nastjas Mutter Anfang der Neunzigerjahre beschließt, das verarmte Städtchen nahe Moskau zu verlassen. In Riga soll ein neues Leben beginnen. Nur sind russische Zuwanderer in der frisch unabhängig erklärten lettischen Republik ungern gesehene Gäste.
Immigration ist kein Spaziergang, hatte man die Familie vorgewarnt. Zum Glück erinnert sich Nastjas resolute Mutter an ein Detail im alten sowjetischen Ausweis der weiblichen Familienmitglieder: Volkszugehörigkeit Jüdin. Als "jüdische Kontingentflüchtlinge" kann das neue Leben in Deutschland für sie beginnen!
Welch turbulente Komplikationen, bürokratische Hürden, tragische Zwischenfälle und skurrile Alltagssituationen sich bei der Ankunft in Deutschland ergeben, davon erzählt Anna Galkina in "Das neue Leben".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.01.2018
Mit ihrem neuen Roman leistet die Malerin und Schriftstellerin Anna Galkina einen weiteren wertvollen Beitrag zum tieferen Verständnis der Situation von Flüchtlingen und Immigranten in Deutschland, freut sich Rezensentin Judith von Sternburg. Wegen ihres jüdischen Hintergrunds bekommen Nastja und ihre russischstämmige Familie in Deutschland eine Aufenthaltsgenehmigung. Doch das ist nur der Anfang: Der Weg, den deutsche Behörden für Integration geschaffen haben, ist von abwegigen Schlenkern und Kurven geprägt - unsinnige Integrationskurse und unfassbar rückschrittliche Berufsbildungsmaßnahmen lösen einander ab, dazwischen die überwiegend desillusionierenden Erfahrungen mit den sogenannten "Nächsten", resümiert Sternburg ihre Lektüre. Und doch, trotz all dieser demotivierenden Umstände, bleibe die Erzählerin stets "nüchtern" und zuversichtlich und ihre Schilderungen pointiert und direkt, was diesen Roman schlussendlich zu einer erhellenden Leseerfahrung für die Rezensentin macht.
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