Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Schmalen. Warschau, 1942. Als Sozialarbeiterin hat die junge Polin Irena Sendler Zugang zum hermetisch abgeriegelten Ghetto. Was niemand weiß: Sie geht von Tür zu Tür, um verzweifelten Eltern ihre Hilfe anzubieten und ihre Kinder vor der Deportation und dem sicheren Tod zu retten. Unter abenteuerlichsten Umständen schmuggelt Irena nach und nach über 2500 Kinder aus dem Ghetto - in Säcken, Kisten und Särgen, mit Schlafmitteln betäubt, durch Keller und Abwasserkanäle. Mit gefälschten Papieren gibt sie den Kindern eine neue Identität und verschafft ihnen in polnischen Familien, bei Freunden, in Waisenhäusern und Klöstern ein neues Zuhause. Die Namen der geretteten Kinder notiert sie und vergräbt die Liste unter einem Apfelbaum. Selbst als die Gestapo sie fasst und foltert, gibt sie ihr Geheimnis nicht preis und überlebt wie durch ein Wunder.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2017
Gabriele B. Clemens weiß um die Bedeutung des polnischen Widerstands, auch um die Rolle von Irena Sendler und ihrer Mitstreiter. Was Tilar J. Mazzeo dem hinzufügen kann, fällt für die Rezensentin kaum ins Gewicht. Weder liefert der Band ihr neue Forschungsergebnisse noch erfüllt er wissenschaftliche Ansprüche. Was Mazzeo über Sendlers Rettungsaktion von Kindern aus dem Warschauer Getto zusammenträgt, steht auch im Netz, meint Clemens. Als problematisch empfindet sie den Versuch der Autorin, ihr Thema spannend zu gestalten. Die Vermischung von Fakten und Fiktion im Buch scheint ihr wenig hilfreich. Schwarzweißmalerei und Kitsch sind die Folge, erklärt sie.
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