Anne Tyler

Eine gemeinsame Sache

Cover: Eine gemeinsame Sache
Kein und Aber Verlag, Zürich 2022
ISBN 9783036958750
Gebunden, 352 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen (USA) von Michaela Grabinger. Wie bei der Familie Tull in "Dinner im Restaurant Heimweh" und den Whitshanks in "Der leuchtend blaue Faden" begleitet Anne Tyler in "Eine gemeinsame Sache" die unvergessliche Familie Garrett im Laufe mehrerer Jahrzehnte. Dabei deckt sie nicht nur Geheimnisse auf, sondern zeigt, wie wir all die subtilen Äußerungen von Liebe, Enttäuschung, Stolz und Ablehnung unserer Nächsten verinnerlichen. Denn schon das Verhalten eines einzelnen Familienmitglieds kann die familiären Beziehungen über Generationen hinweg prägen. Anne Tyler zeichnet ihre Figuren mit feinem Witz, voller Empathie und so nahe am Leben, dass sich jede und jeder im geschilderten Familienleben wiedererkennt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.06.2022

Rezensentin Sylvia Staude bewundert Anne Tylers Blick für das Unspektakuläre, das Nahe, das Familiäre. Nichts Exotisches, kein Drama, nirgends, und doch langweilt sich Staude nicht mit Tylers Roman über eine langsam erkaltende Beziehung. Das liegt an Tylers genauem Blick für das Alltägliche und das Tun und Lassen ihrer Figuren, erklärt Staude. Was zwischen den Zeilen steht, sollte der Leser nicht übersehen, rät sie, und auch nicht die zarte Ironie in den Formulierungen, die laut Staude nie bösartig sind, aber durchaus mal boshaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2022

Rose-Maria Gropp bewundert Anne Tylers tiefes Verständnis für das Menschliche. In Tylers neuem Familienroman, der die Geschichte der Garretts in Baltimore über drei Generationen bis in die Gegenwart verfolgt, zeigt es sich laut Gropp in der Konturierung der Figuren und Temperamente. Wie sich Mutter Garretts Lebenswunsch, Malerin zu sein, im hohen Alter endlich verwirklicht, verfolgt Gropp mit Genuss. Tylers Sprache, klar und "unprätenziös", laut Gropp vor allem ganz bei den Figuren, präpariert die Unterströmungen in der Familienstruktur gut heraus und macht eine Fremdheit und Katastrophen sichtbar, wie sie jeder kennt, so Gropp.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 02.04.2022

Für Rainer Moritz verspricht Anne Tyler Lektüre ohne Reue. Dafür sorgt laut Moritz die souveräne Gelassenheit, mit der Tyler in ihrem neuesten Roman, Glück und Untiefen einer weit verzweigten Mittelstandsfamilie aus Baltimore in der Zeit von 1959 bis 2020 auslotet. Für Moritz "domestic fiction" at its best, auch weil Tyler es nie an Empathie mit den Figuren fehlen lässt. Dass nicht jedes der kapitelweise vorgestellten Familienmitglieder messerscharfe Umrisse erhält, kann Moritz verkraften. Die vielen "liebevoll" gestalteten Szenen (Goldene Hochzeit!) erinnern Moritz daran, was intelligente Unterhaltungsliteratur vermag.

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