Michael Mary wirft einen kritischen Blick auf die Entwicklung der Psychotherapie. Denn seit sie unter staatliche Aufsicht gestellt ist, geht es mit ihr bergab. Um Menschen mit normalen Problemen oder durch Krisen begleiten zu können, müssen sie für psychisch krank erklärt und in ein fragwürdiges Diagnose- und Behandlungssystem gezwängt werden. Dabei wird so getan, als könnte Psychotherapie wissenschaftlich sein, als wären Gutachten und Diagnosen objektiv und als könnte Effizienz garantiert werden. Der Autor zeigt aber, dass die meisten psychischen Probleme keinen Krankheitswert haben, sondern in Wahrheit schon den Keim zu ihrer Lösung in sich bergen. Daher kann nur ein Therapeut, der sich nicht an Vorgaben und Ziffern orientiert, sondern der sich auf sein Gegenüber einlässt, gemeinsam mit dem Klienten einen Weg aus einer Krise finden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2013
Wenig hilfreich findet Volker Breidecker das Buch des Paarberaters Michael Mary. Was als Eigenwerbung gut taugt, meint Breidecker, wirkt als Versuch, das Behandlungsmonopol von kassenkonformer Psychoanalyse und Verhaltenstherapie zugunsten eines freien Therapiemarktes in Frage zu stellen, leicht und billig, da der Autor bedürftige Patienten damit Quacksalbern und einer ungelösten Finanzierungsfrage ausliefert, wie der Rezensent kritisiert. Den vom Autor für sein Buch herangezogenen theoretischen Teil der Luhmann-Schule entlarvt der Rezensent zudem als versatzstückartig. Aufklärung sieht für Breidecker anders aus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2013
Erstaunlich findet es Martina Lenzen-Schulte zunächst einmal, dass es dem Psychotherapeuten Michael Mary überhaupt gelungen ist, Kollegen und Kolleginnen dazu zu bewegen, derart offen über ihre kleinen Schummeleien mit Abrechnungen und Diagnosen zu plaudern. Um die Branche zu erschüttern, bräuchte es laut Rezensentin allerdings etwas mehr. Grauzonen gäbe es schließlich überall, meint sie. Das Buch erscheint ihr daher eher wie ein frustierter Rundumschlag, nicht als fundierte Kritik.
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