Aus dem Amerikanischen von Maria Mill. Sie sind noch im Alten China aufgewachsen, in einer fast idyllischen Welt, geprägt von der konfuzianischen Tradition und einer Jahrtausende alten Geschichte. In den Erinnerungen der vier Schwestern - in ihren Erzählungen, Gesprächen, Briefen, Tagebüchern, Gedichten und Familiendokumenten - wird diese unwiederbringlich verlorene Welt für den Leser wieder lebendig. Es wurde vieles ausgelöscht und vernichtet im Laufe der letzten hundert Jahre chinesischer Geschichte, die Verheerungen der maoistischen Epoche sind legendär. Keine der Schwestern blieb verschont, aber auch keine von ihnen gab sich geschlagen. Sie waren gut gerüstet für ein schwieriges Leben: Ihre Eltern hatten für die bestmögliche Ausbildung gesorgt, und die allen gemeinsame Liebe zu den Schönen Künsten, vor allem zur chinesischen Oper, gab ihnen auch in harten Zeiten den nötigen Halt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.04.2003
Was dem mit "LL" zeichnenden Rezensenten an Annping Chins Geschichte um das Schicksal von vier Schwestern am besten gefallen hat, ist deren "Individualisierung" innerhalb "einer vor allem die Frauen konformierenden Kultur" - die Erzählung spanne sich dabei, so der Rezensent, von der Zeit des Ersten Weltkriegs bis in die Gegenwart. Politisch-historisch will der Rezensent einiges anders werten als der Autor und nennt hier vor allem die Einschätzung der Taiping-Rebellen. Auch das China der Moderne will er nicht einfach als "Telos der Geschichte" dastehen lassen, wie es der Autor offensichtlich tut. Dennoch betont der Rezensent am Ende noch einmal, wie sehr ihn diese generationenübergreifende Geschichte berührte.
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