Die Schwelle zum dritten Jahrtausend ist durch den dramatischen Aufstieg Chinas zur Supermacht gekennzeichnet. Sabine Dabringhaus erzählt die Geschichte eines Landes, das zwischen Tradition und Moderne, Freiheit und Unterdrückung, Staatskommunismus und Raubtierkapitalismus einen einzigartigen Weg durch das 20. Jahrhundert gesucht hat. Vom Untergang der letzten Dynastie im Jahr 1911, dem überschäumenden Nationalismus der zwanziger und dreißiger Jahre, bis hin zu Mao Zedongs Kulturrevolution und der wirtschaftlichen Liberalisierung haben sich in China tiefgreifende kulturelle und gesellschaftliche Umbrüche vollzogen. China im 20. Jahrhundert war ein Land der Gegensätze im Zeitalter der Extreme. Auch die aktuellen Probleme – Umweltverschmutzung, Korruption und Zensur – lassen sich nur vor dem Hintergrund des letzten Jahrhunderts verstehen. Sabine Dabringhaus spürt den grundlegenden Kräften der chinesischen Geschichte nach und zeichnet das Portrait einer unruhigen Epoche, deren Verständnis ein Schlüssel für die Gegenwart und Zukunft der neuen Weltmacht ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Eingenommen zeigt sich Rezensent Peter Sturm von Sabine Dabringhaus' Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert. Angesichts der Flut von Büchern anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung der Volksrepuplik, die er in einer Sammelrezension bespricht, freut er sich besonders über dieses Stück "solide Geschichtswissenschaft". Allerdings scheint ihm das Werk nicht wirklich geeignet für Leser, die überhaupt keine Vorkenntnisse haben. Wer allerdings zumindest ein Ereignisraster im Kopf hat, wird von der Autorin seines Erachtens "souverän" durch die Wirren des 20. Jahrhunderts in China geführt. Mit Hilfe von fünf Leitbegriffen - Konfuzianismus, Nationalismus, Kommunismus, Demokratisierung und Kapitalismus - mache Dabringhaus die chinesische Geschichte des letzten Jahrhunderts begreiflich. Besonders hebt Sturm dabei die Widersprüche zwischen chinesischen Traditionen und westlichen Ideen hervor, die die Geschichte des Landes bis heute prägen.
Angesichts des wachsenden Interesses an China als Global Player empfiehlt Tilman Spengler vier neue Sachbücher. Mit ihrer "Geschichte Chinas" legt die Freiburger Professorin für Außereuropäische Geschichte Sabine Dabringhaus ein nicht zu ausuferndes, aber gleichwohl viele Informationen bietendes Werk vor, lobt der Rezensent. Dankbar registriert Spengler zudem, dass sich die Autorin darin mit Diskussionen über unter Sinologen debattierte Epocheneingrenzungen nicht weiter aufhält.
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