Mao Zedong (1893 - 1976), Gründer der Volkrepublik China, ist der berühmteste Chinese der Welt. Als Revolutionär und Herrscher schuf und prägte Mao das moderne China. Am Anfang dieser chinesischen Lebensgeschichte stand die persönliche Revolte des Bauernsohnes aus Hunan, dessen Porträt noch heute täglich am Tian'anmen Platz ausgestellt ist. Ungewiss und unsicher war zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur seine eigene Zukunft, sondern auch die seines Landes und einer neuen rebellischen Jugend, die die Welt nicht nur verstehen, sondern endlich verändern wollte. Charlotte Kerner schildert seinen langen Weg zur Macht und zugleich die Geschichte eines eindrucksvollen Landes, vom Kaiserreich bis hin zum Terror der Kulturrevolution.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2015
Steffen Gnam liest Charlotte Kerners Mao-Biografie mit Gewinn. Aktueller Wissensstand und eine deutliche Ansprache der Enkel der 68er machen das Buch für Gnam interessant. Das kann nur desillusionierend sein, weiß Gnam, aber eben auch ideologiefrei. Von der Politisierung und Radikalisierung des Bauernsohnes berichtet ihm die Autorin vor dem Hintergrund der Geschichte Chinas, von ideologischen, später machtmotivierten Reformen und von falschem Stolz, der Millionen das Leben kostete. Gnam lernt das Dilemma und die Widersprüche der Revolution zwischen Vision und Gewalt kennen. Eine sanfte Dekonstruktion, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2015
Unbefriedigt liest Petra Steinberger Charlotte Kerners Biografie über den chinesischen Machthaber Mao Zedong. Bei seiner Kindheit beginnend beschreibt die Autorin den Werdegang und die Entwicklung des aus einer Bauernfamilie stammdenden Mao, wobei sie sich stark auf dessen Kampfgeist und Revolutionsgedanken fokussiert, fasst Steinberger zusammen. Dabei entsteht laut der Rezensentin jedoch ein Ungleichgewicht, da die negativen Seiten der Herrschaft Mao Zedongs wie der Große Sprung oder die Kulturrevolution viel zu kurz kommen. Obwohl Steinberger erkennen kann, dass die Autorin viel über das Thema weiß, fehlen ihrer Meinung nach Zusammenhänge und Reflektion zur Person Mao Zedong.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…