Aus dem Englischen von Heinz Feldmann. In den zwanziger Jahren zu leben war hart - besonders für einen jungen Mann wie Atwater, dem seine nicht klar definierte Tätigkeit in einem Museum viel Zeit lässt, allen möglichen Gedanken nachzuhängen. Oder für ein Mädchen wie Lola (Atwater lernt sie auf einer der vielen Partys kennen), die Bertrand Russell liest, um sich inspirieren zu lassen. Fotheringham dagegen arbeitet hart, doch wird er den Verdacht nicht los, dass er sein Talent an eine zweifelhafte spirtualistische Zeitschrift verschwendet. Und ebenso hat Barlow, der von allen bewunderte Maler, seine Probleme: Er muss sich - nach dem übernächsten Drink - nun wirklich entscheiden, welches Mädchen er heiraten soll. Genauso geht es auch den anderen, Brisket, Wauchop, Scheigan, aber sie alle schaffen es, dem Abgrund mit einer gewissen positiv rücksichtslosen Fröhlichkeit ins Auge zu sehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2021
Rezensent Elmar Schenkel ist glücklich, dass dieser frühe Roman von Anthony Powell nach neunzig Jahren erstmals auf Deutsch vorliegt. Der Kritiker lässt sich vom britischen Schriftsteller in die Londoner Boheme der späten Zwanziger einführen, erlebt die Leere, vielmehr das "Hohle" jener Gestalten, zu denen ein schlechter, suizidaler Maler ebenso gehört wie ein erfolgloser Politiker oder ein Schriftleiter einer okkulten Zeitschrift. Man trifft sich auf Partys, trinkt und plaudert, gelegentlich mit verhalten antisemitischen Untertönen, resümiert Schenkel. Mit Lakonie und in knappen, präzisen Skizzen fängt Powell Figuren und Stimmung ein, lobt der Rezensent, den die montierten Dialoge und einander überblendenden Stimmen im Roman mitunter an Beckett erinnern.
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