Aus dem Englischen von Sabine Franke. Venedig im Herbst 1973: Wer in der Literaturszene etwas auf sich hält, ist zum internationalen PEN-Kongress angereist, doch sind es nicht nur Literaten und Verleger, die sich in den Gassen und auf den Kanälen der Lagunenstadt tummeln. Zwei Forscher der Universität Cambridge haben dort ebenfalls Quartier genommen, und da in Bälde im legendären Casino eine exklusive Bakkarat-Gesellschaft um hohe Summen spielen wird, stoßen zwei Finanziers zu dem wohlgebildeten und wohlsituierten Kreis um die englischen Verleger Stern und Detterling dazu. Als in einem Palazzo eine rätselhafte alte Schrift auftaucht, gräbt sich der Autor Fielding Gray in die längst vergessene Geschichte einer italienisch-englischen Familien-Liaison ein - und fördert Kompromittierendes zutage.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2025
Rezensent Joachim Kalka versucht gar nicht erst, Simon Ravens Romanzyklus oder auch nur den nun vorliegenden zehnten und letzten Band inhaltlich zu beschreiben. "Wunderbar sardonisch-gemein" nennt er das im Original von 1964 bis 1976 erschienene Projekt, das Sabine Franke "schön" ins Deutsche übertragen hat. Ravens in aller Herren Länder spielende, bissige Gesellschaftserzählung unterhält jedenfalls vorzüglich, versichert der Rezensent. Die alles zersetzende Korruption macht der Autor nicht zuletzt mit dem unheimlichen Bild eines dunklen Flecks sichtbar, der sich während eines Begräbnisses langsam und unaufhaltsam in der Lagune von Venedig ausbreitet, erklärt Kalka.
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