Antonia S. Byatt

Ragnarök: Das Schicksal der Götter

Roman
Cover: Ragnarök: Das Schicksal der Götter
Berlin Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783827005052
Gebunden, 192 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Röckel. Ragnarök ist der große nordische Mythos vom Untergang der Welt, der auch Richard Wagner zu seiner Oper "Götterdämmerung" inspirierte. Ein kleines, phantasiebegabtes Mädchen hält eine Nacherzählung der germanischen Göttersagen in den Händen, und die nordische Sage von Ragnarök, dem Ende der Götter, wird bald zu ihrer Lieblingsgeschichte. Doch fragt es sich, wer diese Germanen sein mögen und was sie von jenen unterscheidet, die den Tod aus nächtlichem Himmel schicken und vor deren Bomben sie mit ihrer Mutter aufs Land hat fliehen müssen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.01.2013

Kaum erträglich fand Rezensent Burkhard Müller die "Qualität des Schmerzlichen", die A.S. Byatt auch in ihrem neuen Roman unter Beweis stellt. Für Müller besteht kein Zweifel, dass die Autorin mit dieser Geschichte sehr persönliche Erfahrungen verarbeitetet, die in ihre eigene Kindheit zurückreichen. Es geht um ein Mädchen, dass sich, verstört vom Weltkrieg und dem Verschwinden des Vaters, in die finstere Welt der nordischen Göttersagen flüchtet, in Todesnähe und Hoffnungslosigkeit. Dass das Kind auch nach dem Ende des Krieges und der Rückkehr des Vaters den Weg aus dieser "todverfallenen Welt" nicht mehr ganz zurückfindet, macht für den Rezensenten  das Bedrückende dieses Romans aus

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2012

Rezensent Heinrich Detering findet A. S. Byatts neuen Roman recht durchwachsen. Die Idee, nordische Mythen vom Sterben der Götter und vom Weltuntergang mit den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, genauer: einer Kriegskindheit, zu verknüpfen, scheint ihm durchaus interessant. Byatts Umsetzung findet er allerdings nur bedingt gelungen. Dies liegt für ihn vor allem an der Figur eines dünnen, asthmakranken Kindes, das während des Kriegs ein Buch mit nordischen Sagen liest und das Gelesene in seiner Phantasie weiter ausmalt. Diese Figur nämlich bleibt für Detering blass und gesichtslos. Auch spricht, erinnert, erzählt dieses Kind seines Erachtens mit der Stimme eines Erwachsenen. Bisweilen hat er den Eindruck, die Autorin verliere die Idee des dünnen Kindes selber ganz aus dem Blick und verfalle dann in den "Ton einer Schulbucherzählerin". Zudem moniert er Byatts Umgang mit dem Mythos, der für ihn "sonderbar oberflächlich" bleibt. Doch trotz all seiner Kritik kann er das Werk nicht als ganz misslungen abstempeln, bietet es doch immer wieder Passagen, die durch den "Reichtum der sprachlichen Register" der Autorin überwältigen.
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