Aus dem Englischen von Monika Schmalz. Botox war gestern. In Jeanette Wintersons schöner neuer Welt lässt man sich genfixieren. Frauen selten über dreißig, Männer oft kurz vor vierzig, und falls man beim eigenen Partner eine Vorliebe für junge Mädchen entdeckt, gibt es die Rückfixierung, notfalls auf zwölf Jahre. Die Ewigkeit ist Gegenwart geworden in "Die steinernen Götter", der Traum von unvergänglicher Jugend Realität. Nur der geschundene Planet gibt Anzeichen, dem Jahrtausende währenden Raubbau einer immer rücksichtsloseren Menschheit nicht länger standzuhalten. Die Heldin Billie widersetzt sich der Fixierung, stellt sich dem Altern und entdeckt die alles besiegende Kraft der Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2012
Jeanette Winterson verwahrt sich gegen die Etikettierung ihres Romans "Die steinernen Götter" als Science-Fiction, doch Thomas Leuchtenmüller argumentiert in seiner Rezension, dass es sich dennoch um einen Science-Fiction-Roman handelt - und zwar um einen nur mäßig gelungenen. Ihr Bemühen, sich der Gattungszuschreibung zu entziehen, offenbare dieselbe "inhaltlich und ästhetisch verwirrende Unentschiedenheit", mit der Winterson in "Die steinernen Götter" versuche, zu viele disparate Elemente unter einen Hut zu bringen. Ausführlich nennt der Rezensent Publikationen der letzten Jahre, die einzelne Aspekte des Romans überzeugender darzustellen vermögen. Nur die etlichen eingestreuten "Oneliners" erinnern ihn an Wintersons außergewöhnliches Formulierungstalent und lassen ihn hoffen, dass sie dafür beim nächsten Mal wieder einen geeigneteren Rahmen finden möge.
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