Kamila Shamsie

Hausbrand

Roman
Cover: Hausbrand
Berlin Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783827013613
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Nikolaus Hansen. Es ist kein Zufall, dass man Isma am Londoner Flughafen derart in die Mangel nimmt. Schon ihr Vater war ein Dschihadist, und nun hat sich ihr kleiner Bruder dem IS angeschlossen. Der ultimative Verrat, denn ihn und seine Zwillingssschwester Aneeka hat Isma großgezogen. Nach dem frühen Tod beider Eltern hatte sie ihr Studium abgebrochen, um für die jüngeren Geschwister die Mutterrolle zu übernehmen. Als die Zwillinge auf eigenen Füßen stehen können, bekommt Isma in den USA ein Stipendium und könnte dort weiterstudieren. Und das Wunder geschieht - sie darf einreisen. Dort angekommen freundet sie sich mit Eamonn an, einem jungen Engländer, der wie sie pakistanische Wurzeln hat, aber aus priviligierten Verhältnissen stammt. Als ihr kleiner Bruder dem IS den Rücken kehren will, könnte Eamonns einflussreicher Vater - er ist der Innenminister Großbritanniens - helfen. Doch der ist ein Hardliner, wenn es um die 'Sicherheit' der Engländer geht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2018

Claudia Kramatschek empfiehlt Kamila Shamsies Roman als Mittel gegen die wohlfeile Einteilung in Gut und Böse im Anti-Terror-Kampf. Wie die Autorin ihre Geschichte um einen reuigen aus Pakistan stammenden IS-Kämpfer gestaltet, der im London des Jahres 2015 Opfer einer politischen Kampagne wird, findet Kramatschek spannend, klug komponiert und thematisch gewagt. Fragen zu Identität, Integration, Toleranz und Diversität wirft der Text laut Rezensentin auf, ohne die Figuren zu verraten und mit nuancierter Parteinahme für die unter Generalverdacht stehenden Muslime.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.10.2018

Rezensentin Anja Ruf hat diesen Roman sehr gern gelesen und auch was dabei gelernt. Eine moderne Antigone-Geschichte ist es, erzählt sie. Im Mittelpunkt steht ein Liebespaar aus zwei britischen Familien, beide pakistanischer Herkunft: die eine mit Verbindungen zum IS, die andere ist voll integriert, der Vater sogar Innenminister. Liebe, Politik und Terror also, die Autorin Kamila Shamsie, die das Milieu laut Rezensentin gut kennt, "anschaulich" miteinander verknüpft. Ruf lobt den differenzierten Blick Shamsies auf ihre Protagonisten, und auch der Bezug auf die Antike verändert ihren "gewohnten Blick" auf den politisch-religiösen Konflikt, der zudem über weite Strecken spannend dargestellt ist, wie sie versichert.

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