Aus dem Italienischen von Dagmar Türck-Wagner und Karin Fleischanderl. Mit einem Nachwort von Christoph Meckel. Lauter merkwürdige Geschichten erzählt Tabucchi in diesem Buch. Von dem Schriftsteller, der bei Abendgesellschaften auswendig Scott Fitzgeralds Romananfänge deklamiert. Von Ettore, der als Nachtclubsängerin Josephine rauschende Erfolge feiert, und von Dino Campana, dem großen italienischen Dichter, der wahnsinnig wurde. Ein Meister des Vexierspiels erzählt von ganz normalen Verrückten
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.09.2000
Sein Buch "Erklärt Pereira" habe Tabucchi einem größeren Publikum nahe gebracht, schreibt Jan Koneffke, und dieser Erfolg habe den Verlag wohl bewogen, seine frühen Erzählungen - ergänzt um drei spätere - noch einmal neu herauszubringen. Diese Erzählungen findet Koneffke literarisch weitaus ambitionierter und raffinierter als die Gestaltung des um ethische Konflikte in der Diktatur kreisenden Romanstoffs. Es sind Erzählungen und Geschichten, so Koneffke, die vom Staunen und vom Zufall diktiert werden, die etwas Beiläufiges enthalten - und dies sei mehr als ein literarisches Prinzip. Tabbuchi treibe literarische Erkenntnisspiele, indem er mit Imagination und Wirklichkeit willkürlich verfährt, so dass mitunter das Erfundene wirklicher wirkt als das Erlebte. Weiter führt Koneffke zur Unterstützung seiner These an, dass sich der Autor überhaupt nicht für das Schicksal seiner Figuren interessiert, dem Leser würden wichtige Informationen zugunsten des Eigen- und Innenlebens der Gedanken seiner Protagonisten vorenthalten - den Rezensenten erfüllt es mit größter Genugtuung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "Kru." hebt unter diesem schon publizierten Material, das er etwas spöttisch als "ehrgeizige Fingerübungen" bezeichnet, besonders die Erzählungen "Theater" und "Das Umkehrspiel" lobend hervor. Er weist darauf hin, dass der Großteil der in diesem Band enthaltenen Erzählungen von Antonio Tabucchi bereits 1986 auf deutsch veröffentlicht wurde, in dem Band "Der kleine Gatsby". Die drei bisher auf deutsch unveröffentlichten Geschichten widme Tabucchi anderen Dichtern und Schriftstellern, so etwa Lewis Caroll, dem Schöpfer von "Alice im Wunderland" oder dem Lyriker Dino Campana, die er zu Protagonisten in seinen eigenen Fiktionen mache.
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