Furio Monicelli

Der vollkommene Jesuit

Cover: Der vollkommene Jesuit
Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN 9783446199156
Gebunden, 156 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Ein junger Mann flieht vor den Versuchungen der Welt in ein Jesuitenseminar. Zunächst ist Andrea dankbar für die strenge Disziplin, der er als zukünftiger Soldat Christi unterworfen wird. Doch dann entwickelt er eine leidenschaftliche Neigung zu einem anderen Novizen, und es fällt ihm immer schwerer, die Vorherrschaft alles Geistigen über die Bedürfnisse des Körpers zu akzeptieren. Monicellis Roman erforscht die Abgründe eines Bewusstseins, das zwischen Glaube und Vernunft schwankt, und ist zugleich eine Geschichte vom Erwachsenwerden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2001

Der 1960 entstandene Roman "Der vollkommene Jesuit" des 1924 geborenen italienischen Autors Furio Monicelli erinnert Martin Krumbholz an Federico Fellinis "La dolce vita" - als "prunkvolles Gegenstück". Denn hier werde nicht eine Ode an das Leben beschrieben, sondern an dessen Entsagung. Askese ist hier das Thema, berichtet der Rezensent. Die Geschichte des Protagonisten Andrea, der im Jesuiten-Orden zunehmend seine Individualität verliert, hat Krumbholz exemplarisch vor Augen geführt, wie eine Ideologie, sei sie nun politisch oder religiös untermauert, die individuelle Persönlichkeit unterdrückt. Zu Recht hat der Autor, so der Rezensent, 1999 für dieses Werk einen internationalen Literaturpreis erhalten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.12.2000

Ziemlich angetan ist die Rezensentin Lucia Mancioppi von Furio Monicellis Roman über einen jungen Mann, der sich durch ein Jesuiten-Noviziat kämpft und dabei verschiedene Gewissenskonflikte durchsteht. Die Geschichte ist zwar schon vor 40 Jahren im Original erschienen, hat aber in dieser Zeit nichts an Wirkung eingebüßt: "Nun bietet sich das anregende und hinreißend geschriebene Buch den deutschen Lesern an". Der Autor hatte selbst ein abgebrochenes Noviziat hinter sich, aber eine kritischen Auseinandersetzung mit dem Jesuitenorden ist dieses Buch trotzdem nur vordergründig. In erster Linie zeichnet Monicelli "das Seelendrama eines jungen Mannes" nach, der der Banalität der Welt den Rücken kehrt und auch im Kloster nur bedingt Trost und Bestätigung findet.

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