Würde! Wer beruft sich nicht auf sie? Und wer braucht sie, außer als Phrase? Emporkömmlinge, Provinzpotentaten und Steuerbetrüger, die frech versuchen, mit ihren Lügen durchzukommen; käufliche Politiker und Medien, denen nicht zu trauen ist; Bankenspekulationen, die den Staat und Europa bedrohen und für die der Steuerzahler haftet. Selbst die jüngste Opposition ist diebisch: Naiv setzen die Piraten auf die Diktatur des Digitalen und pfeifen auf die Unantastbarkeit geistigen Eigentums. Politik und Wirtschaft in Österreich und der EU sehen schlecht aus. Armin Thurnher schreibt in diesem Buch über das, was unserer Gesellschaft abhandengekommen ist - Ethik und Würde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2013
Dank seiner Redlichkeit, Begriffsschärfe und Formulierungskunst ist Armin Thurnher so etwas wie das Sinnbild des seriösen österreichischen Journalismus, eines gefährdeten Bereichs dieser Tage, berichtet Michael Frank. Eigentlich hatte er keine Österreichbücher mehr schreiben wollen, aber die Politiklandschaft verlange förmlich nach einem solchen, erfährt der Rezensent von Thurnher. "Republik ohne Würde" heißt die Antwort des Autors auf die Missstände, die er in seinem Land beobachtet, erklärt Frank. Die politischen Entscheidungsträger verfallen zusehends dem Populismus und Opportunismus, während die Bevölkerung sich an den saftigen Schlagzeilen ergötzt, die daraus zwangsläufig erwachsen, kaum jemand scheint sich darum zu scheren, dass dieses Schauspiel ihn entwürdigt, fasst der Rezensent zusammen. Thurnher demonstriert das ebenso anhand von Anekdoten wie von exemplarischen Analysen, berichtet Frank. Nicht-Österreicher werden es allerdings wegen des selbstverständlichen Umgangs des Autors auch mit kleineren Namen und Skandalen vielleicht etwas schwer haben zu folgen, warnt der Rezensent.
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