Arno Geiger

Irrlichterloh

Roman
Cover: Irrlichterloh
Carl Hanser Verlag, München 1999
ISBN 9783446197794
gebunden, 198 Seiten, 13,80 EUR

Klappentext

Als Ann-Kathrin plötzlich mit neuer Frisur daherkommt, weiß Jonas, daß Veränderungen vor der Tür stehen. Keine guten: Ohne ein Wort ist Ann-Kathrin auf und davon, und noch dazu in Begleitung von Jonas` Chef persönlich; im Reisegepäck ein Bild, das Jonas gehört, ein Mädchenporträt von möglicherweise großem Wert. So daß fraglich ist, ob die Galeristin Ira Constantin tatsächlich hinter Jonas her ist oder nur hinter dem Bild. Auch ein moderner Taugenichts wie Jonas möchte doch gerne wissen, warum seine Freundin lieber mit einem anderen auf Reisen geht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999

Martin Krumbholz beginnt seine Rezension mit einer launigen Nacherzählung dieses zweiten Romans von Arno Geiger, in der ein junger Mann seiner durchgebrannten Freundin nachjagt. Krumbholz kaschiert sein Unbehagen an der "Es kommt ja nicht drauf an"-Haltung des Autors erst noch mit lustigen Zwischenbemerkungen. Immer hin war Geigers Debütroman "Kleine Schule des Karusselfahrens" gefeiert worden. Worauf es in diesem zweiten Buch nicht ankommt? Nun, an welchem Strand sich der Held aufhält oder mit welcher Blondine er gerade über selbigen spaziert, ob ein Gemälde echt oder falsch ist, die verschwundene Freundin geliebt wird oder nicht - Hauptsache "Tempo, Tempo!" Aber dann geht es mit dem Rezensenten doch durch: kein echtes Thema, nur "quasiromantische Taugenichtsphantasien" und "pseudoexpressionistische Tempo-Ekstasen", kurz: Geiger hat einen "sprachlich schludrigen und inhaltlich belanglosen zweiten Roman geschrieben."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

In Paul Jandls Rezension muss Arno Geiger als Autor seines Romans "Irrlichterloh" reichlich Federn lassen: "Peinliche Beliebigkeit" wird diesem Band attestiert und: "Geigers auftrumpfende sprachliche Bilder stehen in seltsamem Kontrast zur Armut des Inhalts". Jandl stört sich an Geigers Genialitätsgestus, wo doch bei "Irrlichterloh" nicht einmal inhaltlich wie formal die Grenze zwischen Jugendbuch und Erwachsenemroman deutlich zu erkennen sei. Darüber hinaus vermisst der Jandl ein Lektorat, das der bisweilen allzu "schrägen" Satzbildung des Autors Einhalt geboten hätte.

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