Was hindert den Menschen am Menschlichsein? Warum treten Jugendliche einen hilflos am Boden liegenden Mann zu Tode? Arno Gruen geht der Frage nach dem Bösen in uns nach. Er erläutert seine Thesen anhand der aktuellen Gewalt von rechts: Ein Gespräch, das Zusammenhänge erhellt und Wege aus dem Hass aufzeigt. Und Einblick gibt in die persönliche Geschichte des bekannten Psychoanalytikers.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.11.2001
In diesem Gesprächsband erhält man "Einblick in das Denken" des Psychoanalytikers Arno Gruen, das um eine "Theorie der menschlichen Destruktivität" zentriert ist. Die Destruktivität wird aus dem Hass erklärt, der wiederum aus dem Selbsthass, dessen Um- und Ableitung er ist. Dieser Selbsthass ist nicht angeboren, er ist Wirkung von Lieblosigkeit. Dennoch will Gruen nichts entschuldigen, glaubt an die freie Entscheidungsmöglichkeit des einzelnen gegen den Hass. Nötig wäre eine "schmerzliche Selbstbefragung", ein radikales Bekenntnis zur Wahrheit. Die Rezension von Thomas Meyer, erschienen zur Verleihung des "Geschwister-Scholl-Preises" an den Autor, entwirft auf engem Raum ein Porträt des Psychoanalytikers, geht nicht in Einzelheiten auf das besprochene Buch ein. Gruen wird als "gelehrter Professor" und "eleganter Schriftsteller" gelobt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…