Die Reisen, Ausflüge und Fernblicke des Humanistenpapstes Pius II. (1458-1464), in seinen autobiografischen Commentarii häufig von ihm selbst beschrieben, sind ein charakteristischer Zug dieses originellen Mannes, auch wenn bisweilen unterstellt worden ist, dass seine Naturschilderungen nicht selbst empfunden, sondern stellenweise aus antiken Schriftstellern abgeschrieben seien. Doch bestätigen die zahlreichen in diesem Band ausführlich verwerteten Briefe seines Gefolges, wie sehr es den Papst in die Landschaft zog: heitere Picnics im Grünen, Mittagsschlaf an schattiger Quelle, Aktenstudium in den Bergwäldern des Monte Amiata, Aufsuchen antiker Ruinen unter dichter Vegetation, bescheidene Unterkunft - ein unmittelbares Zeugnis für das Lebensgefühl der italienischen Frührenaissance, die auch in ihrer Landschaftsmalerei die Natur neu wahrnahm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2008
Michael Borgolte schwärmt von den meisterhaften Miniaturen des Historikers Arnold Esch, der auch in seinem jüngsten Buch über die Landschaftswahrnehmung von Papst Pius II. die Kunst des Essays als Mischung aus dem Narrativen und dem Wissenschaftlichen beherrscht, wie der Rezensent preist. Esch kann, indem er der Einschätzung von Jacob Burckhardt folgt und entsprechende Textquellen liefert, zeigen, dass Ernea Silvio Piccolomini ein ausgesprochener "Sinnenmensch" war, der die Landschaft genoss und - mitunter zum Kummer seines Gefolges - ein besonderer Liebhaber von einfachen Mahlzeiten im Freien war, erklärt der Rezensent. Besonders freut den Rezensenten am vorliegenden Band, dass Esch sein Quellenstudium auch durch Abbildungen bereichert, der so manches, wie beispielsweise ein Bericht Pius' von einer Schneeballschlacht seiner Höflinge und Kardinäle, mit dergleichen bezeugenden Bildquellen der Frührenaissance untermauern kann.
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