Asal Dardan

Betrachtungen einer Barbarin

Cover: Betrachtungen einer Barbarin
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2021
ISBN 9783455010992
Gebunden, 192 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in Deutschland aufgewachsen, die Erfahrung des Exils hat sie geprägt. In einer erhellenden Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft begibt sie sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, nach der Überbrückung des ewigen Gegensatzes von "Wir" und den "Anderen". Immer ist ihr Blick überraschend, immer ist ihre Analyse scharfsichtig. Da ist das geflüchtete Kind, das Trost in Spitzwegs heimeligen Bildern findet, die auch Hitler so gut gefielen. Da sind die bürokratischen Rentenbescheide der sardischen Nachbarin, deren Inhalte niemand entschlüsseln kann. Da werden die Goldfische vom persischen Neujahrsfest in die Freiheit entlassen und eigene, neue Traditionen gewählt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.02.2021

Rezensent Nico Bleutge empfiehlt Asal Dardans Essays als aufklärerische Lektüre in Sachen Rassismus, Identität, Fremdzuschreibung und Ausgrenzung. Wie die aus dem Iran stammende Autorin Momente ihrer eigenen Geschichte und Exilerfahrung assoziativ mit Gedanken über Lektüre (Arendt, Said) und Gesellschaftsphänomene verquickt, hält Bleutge für anregend und ertragreich, vor allem dann, wenn sich die Elemente der Texte organisch verbinden und zu Fragestellungen führen. Weniger angenehm findet er den von der Autorin immer wieder angeschlagenen moralisierenden Ton.