Eine linke Revolution hat Amerika erfasst: Im Namen von Gerechtigkeit und Antirassismus greift dort eine Ideologie um sich, die neue Intoleranz erzeugt - in liberalen Medien kann ein falsches Wort Karrieren beenden, an den Universitäten herrscht ein Klima der Angst, Unternehmen feuern Mitarbeiter, die sich dem neuen Zeitgeist widersetzen. In vielen Porträts und Geschichten beschreibt René Pfister diese neue politische Religion - und zeigt auf, warum die amerikanische Demokratie nicht nur von rechts unter Druck kommt. Er erklärt, wie Dogmatismus, Freund-Feind-Denken und Mob-Mentalität in Internet die Meinungsfreiheit in den USA schon gefährlich eingeschränkt haben. Eindrücklich warnt er vor diesem Fundamentalismus, dem wir uns widersetzen müssen, um auch in Deutschland die offene Gesellschaft zu verteidigen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2023
René Pfister ist kein Fan der Critical Race Theory und der Cancel Culture, das wird Rezensent Hilmar Klute bei der Lektüre von "Ein falsches Wort" schnell klar. Pfister recherchiert journalistisch sauber, wie sich in den USA ein moralischer und moralisierender Kulturkampf entwickelt hat, der gerne mit dem Begriff "Woke" bezeichnet wird, und legt anhand verschiedener Beispiele vorwiegend aus dem Bereich der Wissenschaft dar, worin die Bedrohung dabei liegt, erklärt der Kritiker. Er schwankt bei der Lektüre zwischen Entsetzen und Amüsement, hat der Autor ihn doch überzeugen können, dass das "Canceln" ziemlich absurde Ausmaße annehmen kann und Political Correctness bei Firmen nicht selten auch einfach nur dazu dient, die eigenen Produkte besser zu verkaufen. Dass es in Deutschland auch schon so weit sein könnte, glaubt Klute nicht, er empfiehlt Pfisters Buch als ein "beeindruckendes Sittengemälde" vor allem der USA.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2022
René Pfister, Spiegel-Korrespondent in Washington, fühlt sich im linksliberalen Milieu der USA nicht wohl. Er sieht sich im Zeichen von Wokeness laufend neuen Denkverboten unterworfen, wie Thomas Ribi Pfisters Buch entnimmt, und wehrt sich deshalb gegen "organisierte Empörung." Der Rezensent lobt die durchgängig differenzierten Betrachtungen des Autors, der nicht müde werde, sich auch der Gefahr von Rechts zu widmen, was aber nicht bedeute, andere (linke) politische Phänomene ignorieren zu können. Pfister habe überzeugend dargelegt, dass die "Woke-Ideologie" den Diskurs beherrscht und zu vergiften droht, resümiert Ribi.
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