Der 12. Mai 1965 markiert die entscheidende Etappe einer ungewöhnlichen Partnerschaft. Zwanzig Jahre nach dem Ende des NS-Regimes und der Schoah nahmen Israel und die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen auf. Für die Botschafter, die in der Zusammenarbeit der zwei Länder eine wichtige Rolle spielen, stellte die Tätigkeit stets eine besondere Herausforderung dar. Anlässlich des 40. Jahrestages schildern in diesem Buch alle 18 israelischen und deutschen Vertreter - in Erinnerungen oder freigegebenen Berichten an die Regierungen - ihre Amtszeit und die dabei gewonnenen Erfahrungen. Dabei stehen persönliche Erlebnisse und Einschätzungen, weniger die Beschreibung einzelner Bereiche der Kooperation im Vordergrund.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.05.2005
Ludger Heid zeichnet in seiner Besprechung des Buches über die historische Entwicklung der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland eingehend die Schwierigkeiten nach, mit denen sowohl der erste israelische wie der erste deutsche Botschafter zu kämpfen hatte. Detailliert berichtet der Rezensent über den deutschen Botschafter Rolf Friedemann Pauls, der in Israel wegen seiner Wehrmachtsvergangenheit nicht unumstritten war. Doch auch der erste israelische Botschafter Asher Ben Natan, einer der Mitherausgeber des Bandes, war wegen seiner früheren Verhandlungen mit Franz Josef Strauß über Waffenlieferungen, für die damalige Bundesregierung nicht unproblematisch, so der Rezensent weiter. Er geht in seiner Rezension ansonsten nicht auf Einzelbeiträge ein und enthält sich jeglichen Urteils. Man kann also wohl davon ausgehen, dass er an dem Buch nichts auszusetzen hat und es mit Interesse zu Kenntnis genommen hat.
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