Am 7. Juli 2014 beginnt der bisher letzte der vielen Kämpfe um den Gazastreifen. Inmitten aller Pressestimmen zum Geschehen tauchen in den führenden Zeitungen der Welt Tagebuchtexte auf. Ihr Autor: Atef Abu Saif, ein in der arabischen Welt bekannter Romancier. Er hält fest, was um ihn herum geschieht. Wie er mit seiner Frau den Alltag bewältigt. Wie er seinen Kindern zu erklären versucht, warum sie nicht mehr auf die Straße dürfen. Wie er mit der Angst kämpft, wenn im Nachbarhaus die Raketen einschlagen und die ganze Wohnung mit Scheibensplittern übersät ist. Wenn vor dem Fenster die Drohne surrt und er nicht weiß, ob sie in die Wohnung feuern wird. Wenn die UNRWA-Schule in Sichtweite unter dem Bombenhagel in Trümmer fällt. Wie er sich nachts zu seinen Freunden durchschlägt und die Geschichten von den Ereignissen des Tages hört. In 51 Tagebucheinträgen, vom ersten bis zum letzten Tag des Krieges, ohne Polemik, ohne Schuldzuweisungen, erzählt Atef Abu Saif das Unvorstellbare.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2015
Angela Schader hält Atef Abu Saifs Aufzeichnungen aus dem letzten Gaza-Krieg für eine gelungene Innensicht aus einem Alltag mit Angst und und Zerstörung. Die Beklemmung des Krieges scheint Schader in dieser Nahsicht für den Leser spürbar. Aber auch die Analysen des Autors zur politischen Lage und seine Dokumentation eines mit allen Mitteln aufrechterhaltenen "normalen" Lebens gehen ihr unter die Haut. Selbst wenn der Autor polemisch wird und die Schuld allein auf der israelischen Seite sucht. Dies ist kein journalistisch ausgewogener Bericht, meint Schader, sondern eine persönliche Sicht auf das unmäßige Leid in Zeiten des Krieges, und als solche von Gültigkeit.
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