Ron Leshem

Feuer

Israel und der 7. Oktober
Cover: Feuer
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783737102063
Gebunden, 320 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Ulrike Harnisch und Markus Lemke. Am 7. Oktober 2023 überzog die Hamas Israel mit Terror, seither hält die Welt den Atem an - und überschlagen sich die Ereignisse. Ron Leshem zeichnet in seinem bewegenden Text jenen Tag und die Entwicklungen seither nach - und führt ein zutiefst gespaltenes Land vor Augen. Gerade der liberale, auf Verständigung bedachte Teil der Gesellschaft wurde getroffen. Was werden die Folgen sein? Leshem, Autor ("Euphoria", "Beaufort"), Journalist und ehemaliger israelischer Geheimdienstoffizier, ist auch persönlich betroffen. Die Hamas ermordete seinen Onkel und seine Tante, verschleppte seinen Cousin, der auch deutscher Staatsbürger war, als Geisel.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.08.2024

Kritiker Matthias Kolb ist trotz des belastenden Inhalts froh, dass Ron Leshem, früherer israelischer Geheimdienstoffizier, dieses Buch über den 7. Oktober geschrieben hat: Er widmet sich dort der akribischen Planung der Hamas für ihren brutalen Angriff, aber auch dem Versagen der israelischen Behörden, frühzeitig auf Warnungen zu reagieren. Für Kolb wird nachvollziehbar, dass Netanyahu mit seiner Justizreform großen Anteil an der inneren Spaltung und Verwundbarkeit Israels trägt, aber auch, was sowohl israelische als auch palästinensische Opfer des Krieges erlitten haben. Ein "nüchtern und zugleich empathisches" Buch, schließt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.06.2024

Ron Leshem beschäftigt sich in seinem Buch mit dem 7. Oktober und den Folgen, so Rezensent Jens Uthoff. Eine Tante und ein Onkel des Autors wurden von der Hamas ermordet, erfährt Uthoff aus dem Buch, ein Cousin als Geisel genommen. Leshem schreibt laut Uthoff über die fehlende Solidarität der Linken nach dem Massaker, und über die Einsamkeit Israels, das inzwischen nicht nur von den arabischen Staaten, sondern von einem großen Teil der Welt bedroht zu werden scheint. Auch mit der Netanjahu-Regierung, die Warnungen vor einem Hamas-Angriff in den Wind geschlagen hatte, rechnet Leshem ab, erfahren wir. Ein Buch über die Einsamkeit Israels, so das Fazit.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 07.06.2024

Rezensent Carsten Hueck ist überzeugt, mit "Feuer" das bislang wichtigste Buch zum Massaker der Hamas vom 7. Oktober gelesen zu haben. Ron Leshem dokumentiert die komplexe Vorgeschichte, sowie auch die Geschehnisse des 7. Oktobers auf ausführliche, reflektierte, fundierte, präzise und immer radikal sachliche Weise, was umso beeindruckender ist, da er auch persönlich davon betroffen ist: Seit zehn Jahren erst lebt der israelische Autor und Journalist in Boston, u.a. ist einer seiner Cousins von der Hamas entführt und ermordet worden. Dennoch lässt sich Leshem nie zu "Pathos" oder zu einseitigen Betrachtungen hinreißen: Er warnt sowohl vor den Ambitionen der Hamas als auch vor den Tendenzen Israels, sich zu einem "theokratischen, rassistischen Staat" zu entwickeln, sollte kein Politikwechsel stattfinden. Zudem analysiert Leshem die Verfasstheit beider Gemeinschaften und macht immer wieder deutlich, dass es in diesem Konflikt nicht nur um einen Territorialstreit geht. "Unverzichtbar" ist diese Lektüre, so das Resüme des Rezensenten, insbesondere für alle, die sich noch nicht umfassend mit der Geschichte des Nahostkonfliktes befasst haben.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 17.05.2024

Rezensent Marko Martin rät zum konzentrierten Zuhören und Lesen von Ron Leshems Aufarbeitung des Hamas-Terrors vom 7. Oktober. Das Buch hilft gegen Konfusionen und klärt auf über russische und iranische Masterminds hinter den Anschlägen, meint er, und es ist dramatisch ohne zu dramatisieren. Dem Leser rät Martin außerdem, die fürchterliche Chronik des 7. Oktober im Buch nicht zu überblättern, sondern sich dem auszusetzen, um die Wahrheit zu erkennen, etwa über die "pauschal als unschuldig dargestellte Zivilbevölkerung in Gaza". Das Buch erzählt von Verantwortung und richtet sich in großer Klarheit gerade an ein junges Publikum, meint Martin.

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