Atlas der Globalisierung

Cover: Atlas der Globalisierung
taz Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783980691765
Broschiert, 191 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Le Monde diplomatique. Mit einer Einleitung von Ignacio Ramonet und einem Vorwort von Hermann Scheer. Mit über 300 farbigen Karten, über 100 Schaubildern und mit Analysen zu allen Grundfragen der Globalisierung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2003

Der Rezensent mit dem Kürzel "pi" findet diesen von der globalisierungskritischen Zeitschrift Le Monde Diplomatique herausgegebenen Atlas trotz sporadischer polemischer Einlagen nützlich, interessant und vor allem gut aufbereitet. "Aussagekräftige, schön aufgemacht Karten, Statistiken und Diagramme [?] eindrückliche Grafiken, engagierte Texte und weiterführende Internetadressen runden die Darstellung jeweils ab". Der Rezensent schätzt an dem Band, dass die Autoren der Hintergrundartikel sich größtenteils um eine differenzierte Sichtweise bemühen, dass zum Beispiel "innerafrikanische Kriege nicht nur als Nachwirkung des Kolonialismus angeprangert werden". Ingesamt findet der Rezensent die Inhalte des Atlas ebenso ernüchternd wie den im Juni erschienen Entwicklungsbericht der Uno: die Situation in einem großer Teil der Welt wird vom Rest einfach vergessen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.06.2003

"Den erschöpften Planeten lesbar machen" fasst Elisabeth von Thadden das Projekt des deutschen Ausgabe des Globalisierungsatlasses von Le Monde Diplomatique zusammen, den die Berliner Redaktion "in Feinarbeit" betreut habe. Die Atlaskarten zeigten "Seite für Seite" eine "winzig gewordene Welt. Ein Weltlein, und immer hängt alles mit allem zusammen: ob durch Verträge oder Geldströme, durch Wanderungsbewegungen oder Reisende, Bürgerinitiativen, Waffengeschäfte". Das Vorhaben seiner Macher sei dabei leicht zu erkennen, schreibt von Thadden: "Sie wollen die Welt, indem sie sie darstellen, neu politisieren." Allerdings werde die im deutschen Vorwort avisierte Dokumentation der "tatsächlichen Armut und Verstümmelung, des immer einseitiger verteilten materiellen Wohlstands, aber auch der natürlichen und kulturellen Reichtümer der Welt" nicht ganz eingelöst. Denn die "europäische Gattung des Atlas, die kaum erzählt und dafür die Komplexität der Macht- und Eigentumsverhältnisse in Grafiken, Statistiken, Karten zwingt", könne dieser Vielfalt nicht gerecht werden. Für "das vielfältig Fremde anderer Kulturen, das sich den westlichen Kategorien entzieht", sei, so von Thadden, "in einer prekären Arbeitsteilung" eher die "Ethnologie zuständig: Nach welchen Mustern würden andere die Welt darstellen?"

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