Billige Arbeitskräfte aus dem Osten; die Morde an Pim Fortuyn und Theo van Gogh; afrikanische Leichen, die vor den Mittelmeer-Stränden Italiens und Spaniens angespült werden; das gelobte Land für zahllose Migranten aus vielen Teilen der Welt; Tatort der neuen Mafia. Dieses Europa macht Angst. Und "Brüssel" erweckt kein Vertrauen. Aber in der Politisierung der Differenzen, die sich jetzt zeigen, liegt - das ist die These von Gunter Hofmann - Europas neue Chance. An Konfliktfällen wie der Integration der Türkei zeigt Gunter Hofmann, wie Europa lernt und wie die Chance genutzt werden kann. Von den USA haben sich die Deutschen im Irakkonflikt abgenabelt. Familienbande bleiben gleichwohl. Was aber der gemeinsame Westen künftig noch ist, was Globalisierung heißen soll, was uns der Süden der Welt angeht und was Europa zu seiner Integration beitragen kann - das müssen sie nun selber politisch genauer beantworten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.05.2006
Der Journalist Gunter Hofmann berichtet aus Brüssel von der alltäglichen Arbeit der EU-Institutionen - und macht sich in diesem Band Gedanken über den aktuellen Status der Union. Der Rezensent Willy Zeller lobt das Buch als "lebhaft geschrieben" und stellt fest, dass Hofmann sich in seinen Schilderungen vor allem für "Überraschendes", auch "Widersprüchliches" interessiert. So wird, zum Beispiel, einerseits das Fehlen einer instituierten öffentlichen Diskussion beklagt, andererseits aber doch eine Art "Identitätsgefühl" beschworen, das sich beim Widerstand gegen den Irak-Krieg gezeigt habe - und sogar in der Debatte um die "Verfassungskrise". Zeller sieht diese Widersprüche nicht unbedingt als Mangel und hat auch sonst nichts Kritisches über den so "anschaulichen" wie "gut dokumentierten" Band zu sagen.
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