Atle Naess

Die Riemannsche Vermutung

Roman
Cover: Die Riemannsche Vermutung
Piper Verlag, München 2007
ISBN 9783492051101
Gebunden, 203 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob. Auf die eine oder andere Weise würde die Sache fehlschlagen. Das hatte Terje Huuse, von Haus aus Mathematiker, von Anfang an geahnt. Nur wen das Unglück am härtesten treffen würde, schien damals noch offen. Terje hatte es sich in den Kopf gesetzt, die Biografie seines großen Vorbilds Bernhard Riemann zu verfassen und endlich das Abenteuer von der Suche nach einer Regelmäßigkeit bei den Primzahlen zu beschreiben. Aber die Arbeit war ins Stocken geraten, so einfach war das alles nicht. Nur mit seiner Bekannten Ingvild konnte sich der verheiratete Terje da­rüber unterhalten. Die Sache mit ihr glitt ihm schnell aus der Hand, unrettbar geriet er in den Sog dieser Beziehung. Bis Terje plötzlich verschwindet - und seine Tochter eine merkwürdige Datei auf seinem Computer entdeckt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2008

Schon Atle Naess' Bücher über Caravaggio und Galileo Galilei haben den Rezensenten Uwe Stolzmann sehr angesprochen und so hat ihn auch der neue Roman sehr fasziniert. Im neuen Buch geht es um den verheirateten Mathematik-Dozenten Terje Huuse, der an einer Riemann-Biografie, die er schreiben will, zu scheitern droht, sich bei einem Workshop für Kreatives Schreiben verliebt, eine wilde Affäre beginnt, die sein bisheriges Leben in Frage stellt, und schließlich unversehens verschwindet. Jetzt beginnt Huuses Umgebung dem Verschwundenen nachzuforschen und der Leser erfährt von seiner angeblichen Geliebten, dass es eine Affäre nie gegeben habe und Huuses Tagebuch, das die Turbulenzen dieser Beziehung festhält, erscheint nun als literarische Fiktion, erklärt der Rezensent. Er findet es virtuos, wie Naes seine drei Erzählstränge verknüpft, und hat überdies nicht wenige notierwürdige Zitate in diesem Roman gefunden. Den Einwänden eines früheren Kritikers, der Roman sei "langweilig", der Schluss gar "völlig unverständlich" und der Autor täte vor allem dem großen Riemann Unrecht, mag sich Stolzmann auf keinen Fall anschließen, denn er findet, die Verquickung von "Mathematik und Sex" mache gerade den besonderen Reiz dieses Buches aus.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.01.2008

Angetan zeigt sich Rezensent Kolja Mensing von Atle Naess' Roman über die Lebenskrise eines Mathematikers. Im Mittelpunkt des Romans sieht er Terje Huuse, einen Mathematiker an der Universität Oslo, der einige Probleme hat: Karriere ins Stocken geraten, Entfremdung von der Ehefrau, Midlife-Krise. Um sich von diesen Problemen abzulenken, will er eine Biografie des deutsche Mathematikers Bernhard Riemann schreiben und geht eine Affäre mit einer anderen Frau ein, lesen wir. Die Beschreibung dieser Krise, der zwischenmenschlichen Probleme, der entfremdeten Ehe scheint Mensing sehr gelungen, realistisch und treffend. Eine Ahnung von höherer Mathematik setzt die Lektüre des Romans seines Erachtens nicht voraus. Allerdings liefere die Mathematik dem Autor die "metaphorische Sprache für die ungelösten Probleme des menschlichen Miteinanders".

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