In diesem Aufsatzband sind Beiträge versammelt, die die unterschiedlichen Ansätze der Kritischen Theorie auf ihre Tragfähigkeit und Aktualität hin überprüfen. Als Leitfaden dieser historischen Vergegenwärtigung dient die im Titelaufsatz entwickelte Idee, dass die Mitglieder der ersten Generation der Frankfurter Schule bei aller Heterogenität darin übereinstimmten, in der Gesellschaft der Gegenwart den Ausdruck einer sozialen Pathologie der Vernunft zu sehen. Wie, so wird in den Beiträgen gefragt, lässt sich eine derart weitreichende These rechtfertigen, und wie ist sie unter den gewandelten Verhältnissen noch einmal theoretisch umzusetzen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.07.2007
Für Christian Schlüter präsentiert sich Axel Honneth in seinem Band "Pathologien der Vernunft" als nicht allein um das Erbe der Frankfurter Schule und ihre "kritische Gesellschaftsanalyse" besorgt, er versteht sich auch als deren Fortführer. Anspruchsvoll versuche der Philosoph, eine die Kritische Theorie zusammenhaltende Marschrichtung vorzugeben, zugleich fordere er, dem philosophischen Programm in der rhetorischen Vermittlung auch ein bisschen Pep mitzugeben, auf dass es auch umso williger rezipiert werde, so Schlüter, der ein paar spritzige Schlagworte der Kritischen Theorie auch in der Gegenwart durchaus begrüßen würde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2007
Reserviert betrachtet Rezensent Gerd Schrader diesen Band mit Aufsätzen zur Kritischen Theorie, den Axel Honneth vorgelegt hat. Schon der Untertitel "Geschichte und Gegenwart der Kritischen Theorie" stimmt ihn skeptisch: zum einen scheint es ihm wenig sinnvoll, so verschiedene Autoren wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Herbert Marcuse, Alexander Mitscherlich und Jürgen Habermas unter diesem Label zu vereinen. Zum anderen weckt das Thema "Gegenwart der Kritischen Theorie" sein Misstrauen. Dieses wird auch im Verlauf seiner Lektüre nicht ausgeräumt. So scheint ihm die Einheit der Frankfurter Schule nur um den Preis eines Bezugs auf gemeinsame zweifelhafte geschichtsphilosophische Prämissen zu retten zu sein. Die Frage, wie demgegenüber eine Metaphysik-freie Sozialkritik aussehen könnte und müsste, wird zu seinem Bedauern von Honneth nur in Andeutungen behandelt.
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