Was ist typisch für Männer, was ist typisch für Frauen? Warum verhalten wir uns so, wie wir es tun? Warum haben wir die gleichen Talente wie der Vater oder die gleichen Charaktereigenschaften wie die Großmutter? Wo endet die Macht der Gene, und was lässt sich durch Ernährung, Erziehung und Kultur ändern? Der Evolutionsbiologe Axel Meyer beschäftigt sich mit den 'heißen Eisen' der Genforschung und erläutert, was zu Themen wie Geschlecht vs. Gender, Intelligenz, Homosexualität und ethnischen Unterschieden bekannt ist. Provokant, anschaulich und auf aktuellem Forschungsstand zeigt er auf, wie stark uns Gene bestimmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2015
Thomas Weber setzt bei der Besprechung von Axel Meyers Buch über Paarungsverhalten und Fortpflanzung den Rotstift an. Zwar begrüßt der Kritiker den sachlichen und gut nachvollziehbaren Ton, in dem der Evolutionsbiologe Grundlagen der sexuellen Auslese, Genetik und Genomik erklärt, um dann aber doch festzustellen, dass abweichende Erkenntnisse hier leider keinen Raum finden: Weber vermisst bei aller naturwissenschaftlichen Vernunft des Autors die Berücksichtigung anderer Disziplinen, etwa wenn er das an Fruchtfliegen entdeckte "Bateman-Prinzip" anwendet, um universelle Geschlechterrollen bei Menschen abzuleiten - ohne jedoch kulturelle Faktoren zu betrachten. Insbesondere im letzten Teil des Buches stört sich der Rezensent an der Polemik und den "verzerrenden Attacken" auf die Gender-Forschung und den kulturellen Relativismus. Ein bisschen mehr Sorgfalt und Weitblick hätten dem Buch gut getan, schließt der Kritiker.
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