Barbara Honigmann

Unverschämt jüdisch

Cover: Unverschämt jüdisch
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783446270770
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Barbara Honigmann ist eine Klasse für sich: Ob sie von einer lebhaften Begegnung mit einem jüdischen Geschäftsmann im Flugzeug nach New York erzählt, die in der Frage gipfelt: Worüber reden eigentlich Gojim? Oder ob sie davon berichtet, wie sie als Vierzehnjährige in Ost-Berlin den Existentialismus für sich entdeckte. Immer tut sie es mit ihrem feinen Sinn für Komik, und wenn nötig, offen und direkt. Ihr Lebensweg führte sie aus der DDR in den Westen, von Deutschland nach Frankreich, aus der Assimilation in das Tora-Judentum.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2021

Rezensent Fabian Wolff hält die hier versammelten Texte von Barbara Honigmann über das Jüdischsein für meisterhaft und wertvoll. Wie die Autorin, immer nüchtern, immer auf Inklusion bedacht, in Reden und Essays sich mit dem (eigenen) jüdischen Leben in der DDR befasst, das liest der Rezensent auch als Fußnotenwerk zu Honigmanns autobiografischem Schreiben. Es geht um antisemitische Stasi-Protokolle über Honigmanns Vater ebenso wie um Anpassung und die nur behauptete "deutsch-jüdische Symbiose". Und manchmal schreibt die Autorin auch ganz wunderbar über weibliche Kopfbedeckungen im Judentum, schwärmt Wolff.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2021

Ein ganzes Buch mit Dankesreden, die anlässlich von Preisverleihungen gehalten wurden - das man muss man auch erst einmal schaffen. Die Schriftstellerin Barbara Honigmann hat es geschafft und der hier rezensierende israelische Germanist Jakob Hessing liest die Reden mit Genuss. Ganz gleich, ob Honigmann für den Max-Frisch-Preis, den Ricarda-Huch-Preis oder den Elisabeth-Langgässer-Preis dankt, immer kommt sie auf die eigene deutsch-jüdische Biografie zurück, persönlich und klare Worte nicht scheuend, wie Hessing staunt. Er taucht hier noch einmal ein in Honigmanns Biografie, liest vom Aufwachsen in und der Flucht aus der DDR, von der Auseinandersetzung mit dem eigenen jüdischen Glauben, aber auch der "Dialektik" zwischen jüdischem Mystizismus und Aufklärung.

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