Sophie Scholl gehört zu den beeindruckendsten Frauen des 20. Jahrhunderts. Dennoch ist sie bisher kaum als eigenständige Person gewürdigt worden, sondern vor allem als Mitglied der Weißen Rose. Entsprechend konzentrierte sich die Betrachtung auf ihre letzten Lebensjahre. Doch was weiß man wirklich von dem Mädchen Sophie? Barbara Leisner beschreibt erstmals Sophie Scholls Wesen in seiner Entwicklung: von der frühen Begeisterung für den Nationalsozialismus und Adolf Hitler bis zum aktiven Widerstand, den sie 1943 mit dem Leben bezahlt. Die Autorin hat nicht nur die Quellen neu erforscht und die erst seit 1989 zugänglichen Verhörprotokolle mit einbezogen; sie hat auch mit zahlreich, bisher noch kaum befragten Zeitzeugen gesprochen - u.a mit der Schwester Sophie Scholls, Elisabeth Hartnagel, und Fritz Hartnagel, dem früheren Freund Sophie Scholls.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.09.2001
Aufschlussreich und deshalb auch lohnenswert findet Sabine Fröhlich diese Biografie, die sehr nachvollziehbar aufzurollen scheint, wie Sophie Scholl sich in ihrer Jugend von ihrer anfänglichen Begeisterung für das Hitler-Regime distanzierte und sich politisch emanzipierte. Die Rezensentin findet, dass die verschiedenen Quellen, die für dieses Buch herangezogen wurden - Interviews mit Zeitzeugen, Briefe und Verhörsprotokolle - ein komplexes Bild der Widerstandkämpferin vermitteln und sie vor "einen sorgfältig ausgeleuchteten Hintergrund" stellen.
Marlis Jost ist sehr angetan von der Untersuchung, der es gelinge, aus der durch zahlreiche Veröffentlichungen gut erforschten Lebensgeschichte Sophie Scholls neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Rezensentin begrüßt die Auswertung neuen Quellenmaterials und schwärmt von dem "vielschichtigen Porträt", das der Autorin gelungen sei. Jost lobt besonders ihre Fähigkeit, einen prägnanten Eindruck vom Lebensgefühl Scholls vor ihrer Arbeit im Widerstand zu vermitteln und die Gründe für die Abwendung vom Nazi-Regime schlüssig darzulegen. So sei es der Autorin gelungen, eine "längst zur Ikone der Erinnerungskultur erstarrte Frauenfigur behutsam vom Sockel zu holen" und Scholls politisches Handeln als "praktische Konsequenz" ihrer intellektuellen Entwicklung darzustellen.
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