Der 24jährige Holländer Marinus van der Lubbe wurde am 27.2.1933 im brennenden Berliner Reichstag verhaftet. Bis zu seiner Hinrichtung im Januar 1934 beteuerte er, das Feuer allein gelegt zu haben, doch keiner schenkte ihm Glauben. Für die Nationalsozialisten war er ein Handlanger der Kommunisten, für die Kommunisten ein Provokateur der Nazis. Martin Schouten versucht, der Person des kämpfenden Einzelgängers gerecht zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.12.1999
Schoutens Verdienst liegt nach Marlis Jost vor allem in seinem Einfühlungsvermögen und dem Verzicht auf einen "endgültigen Wahrheitsanspruch". Zwar plädiere auch Schouten für die "Alleintäterthese", die er durch weiteres Material holländischer Archive stützt. Schoutens Augenmerk liegt jedoch nach Jost eher in dem Lebensweg van der Lübbes, seiner Jugend in ärmsten Verhältnissen und den Erfahrungen, die ihn zu einem "kämpferischen Einzelgänger" haben werden lassen. Dies lässt - wie die Rezensentin findet - auch die Tat nachvollziehbar erscheinen. Jost beurteilt dieses Buch daher als eine "glaubwürdige" Studie.
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