Bartholomäus Grill erzählt die Geschichte seiner Lebensreise mit dem Tod. Seine eindringlich geschilderten Begegnungen mit dem Sterben, vom frühen Tod der Schwester über das Lebensende der Eltern bis hin zum Massensterben in Afrika und dem Freitod des unheilbar kranken Bruders, machen "Um uns die Toten" zu einer ganz persönlichen und zugleich allgemeingültigen Auseinandersetzung mit dem Tod.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2014
In seinem Buch "Um uns die Toten" plädiert Bartholomäus Grill für ein kollektives memento mori, berichtet Helmut Mayer. Der Journalist Grill erzählt zu diesem Zweck genauso von den Todesfällen in seiner eigenen Familie in der bayerischen Provinz, wie von den Hungersnöten und blutigen Konflikten in den Krisenregionen Afrikas, über die er seit den neunziger Jahren berichtet, fasst der Rezensent zusammen. Überall vermutet der Autor Symptome unseres Ausweichens vor dem Unausweichlichen, die Mayer nicht immer nachvollziehbar findet: warum sollen Fitnesscenter die "freizeitindustrielle Verdrängung des Todes" verkörpern und nicht das Bewusstsein unserer Zerbrechlichkeit?, fragt sich der Rezensent. Spannend liest sich aber immer noch Grills Diskussion mit dem Philosophen Robert Spaemann über die Legitimität der Sterbehilfe, findet Mayer, der sich allerdings eher von Spaemanns Argumenten gegen einen organisierten Freitod überzeugen lässt.
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