"Diese letzten Worte als Sammlung gleichen einer Sammlung von Irrtümern und ungenauer Überlieferung", notierte Ernst Jünger auf einer Karteikarte. Seine Sammlung betrachtete er als ein Mosaik, "dessen Steinchen zwar zufällig geformt sind, doch dessen Ganzes ein Bild ergibt." Die letzten Worte waren daher auch dann für ihn von Interesse, wenn sie den Toten von den Hinterbliebenen zugeschrieben oder in den Mund gelegt wurden. Diesen Kanon der Toten hat Jünger zeitlebens gesammelt oder sich von Freunden in Form von vorgedruckten Postkarten zuschicken lassen. Nun wird diese Sammlung erstmals in einer Auswahl des Jünger-Kenners Jörg Magenau in einem bibliophilen Band herausgegeben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.05.2013
Schön aufgemacht scheint Rezensent Stephan Speicher dieser schmale Band mit einer Auswahl aus Ernst Jüngers Sammlung "Letzter Worte", die Jünger-Biograf Jörg Magenau - versehen mit einem Nachwort, einem Fragment gebliebenen Aufsatz Jüngers sowie einiger faksimilierte Karteikarten aus der Sammlung des Schriftstellers - herausgegeben hat. Dass die Authentizität dieser letzten Worte oft fragwürdig scheint, mindert nicht Speichers Interesse an der Auswahl. So findet er hier neben allerhand banalen und/oder staatsmännischen Äußerungen auch sehr komische. Jüngers Interesse an den Äußerungen von Sterbenden liegt nach Ansicht Speichers vor allem in dem "Blick nach vorn", auf eine "neue Geburt".
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