Aus nur anderthalb Kilo Menschenhirn gehen komplexe Gedanken hervor. Der Mensch denkt, fühlt, liebt, und das - so glauben wir - zeichnet ihn aus. Doch kann es auch Maschinen mit Emotionen geben? Oder sind sie nur seelenlose Apparate, die ein Programm abspulen? In seinem neuen Buch geht Bas Haring der Frage nach, worin genau der Unterschied zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz besteht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2005
Mit der Zeit will Rezensent Oliver Müller nicht weiter den Trottel, die "Rolle des didaktisierten Dummerchens" spielen, wie er notiert. Bas Haring hat bereits ein Kinderbuch über die Evolution geschrieben. Dieses "infantil-wissenschaftliche" Spiel muss ihm viel Spaß bereitet haben, vermutet Müller, so dass er die Rolle nicht aufgeben und sein Spiel der "intellektuellen Entmündigung" - denn darauf läuft es für Müller hinaus - auch mit erwachsenen Lesern weitertreiben wolle. Zunächst mal kann das durchaus Spaß machen: die Beispiele, die Haring anführt, lobt der Rezensent als "anschaulich" und alltagsnah, die Bildunterschriften als "Ironisch-witzig". Aber Müller ist das philosophisch zu wenig, der Verfasser mache es sich "etwas zu einfach", kritisiert er. Denn hinter Harings Witzeleien verstecken sich knallharte philosophische Thesen, so Müller, die Themen wie den freien Willen oder Fragen, ob Maschinen denken können, auf betont pragmatische Weise abhandelten. Haring sei ein Radikalpragmatiker, behauptet der Rezensent, dem ein Begriff nur als "äußerst praktischer Gedanke" einleuchten wolle. Das ist ihm zu praktisch gedacht.
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