Deutsch von Sonja Schumacher und Thomas Wallmann. Im März 1999 besucht der Exil-Journalist Bato Tomasevic Freunde in Belgrad, als die NATO ihre Bombardierung beginnt. Nach seiner abenteuerlichen Flucht erinnert er sich an das Schicksal seiner montenegrinischen Vorfahren. Das Buch erzählt die fesselnde Geschichte seiner Familie, die in der turbulenten Geschichte des Balkan immer wieder zwischen alle Fronten gerät. In der persönlichen Nahaufnahme wird die tragische Geschichte Jugoslawiens während des Jahrhunderts der ethnischen Konflikte greifbar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.09.2000
Ganz und gar vom Inhalt fasziniert ist Günther Fischer bei dieser jugoslawischen Familiengeschichte von Bato Tomasevic. In aller Ausführlichkeit beschreibt er das, was man beim Lesen des Buches auch selbst erfahren kann: Die Geschichte mehrerer Generationen der Familie Tomasevic, angefangen am Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Bombardement der Nato im Jahr 1999. Dabei betont Fischer, wie glücklich sich der Leser schätzen kann, dass er in Tomasevic einen Autor kennenlernt, der darin geübt ist, "auch noch die kleinsten Fakten zu beobachten und in ihren historischen Zusammenhang zu stellen". Eine Fähigkeit, die sich der Autor, der bis zum Ausbruch des Bosnienkrieges 1991 Leiter des multiethnischen Fernsehsenders Yutel in Sarajewo gewesen ist, als Journalist und Diplomat erworben habe. Fischer gefällt der "lakonische Ton", in dem Tomasevic Schicksalsschläge und politische Veränderungen schildert. Unverbittert habe er auch "eine Geschichte der verpassten Chancen und Irrtümer" geschrieben.
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