Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2003
Es gibt Autoren, eröffnet Friedrich Karl Fromme seine Besprechung, die sind von Haus aus Ärzte oder Juristen; ihnen verschafft ihr Beruf Einblicke ins normale Leben, dem sie fortan in ihrer Schriftstellerexistenz entsagen werden. Nur wenige Autoren arbeiten weiter in ihrem Beruf; Fromme führt Bernhard Schlink an - und Benno Hurt, der am Amtsgericht Regensburg tätig ist. Seine Erzählungen findet Fromme ziemlich gut. Zum einen, weil Hurt die Geschichten nicht benutzt, um seine beruflichen Enttäuschungen abzureagieren; zum anderen, weil er die Leser nicht belehrt, wie die Justiz sein könnte. Hurt schildere in seinen knappen Erzählungen den Justizalltag der heutigen Zeit, fasst Fromme zusammen, ohne Versuch einer Verfremdung. Mit Sympathie und ohne (richterliche) Arroganz skizziere er in kleinen Portraits und Geschichten die Leute in und um das Gericht: die Gerichtsdiener, die Bewährungshelferinnen, den Laienrichter oder den Gerichtsdolmetscher. Die kriminelle Seite scheint dagegen nicht vorzukommen, zumindest wird sie vom Rezensenten nicht erwähnt. Dieser lobt, dass sich Hurt eine innere Unabhängigkeit bewahrt habe; aber ob die Erzählungen das eigenständige Label "Literatur" verdienen, lässt Fromme offen.
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