Mitte Februar 2008 ist die sozialistische Karibik-Insel erneut in die Schlagzeilen der internationalen Medien geraten. Nach dem krankheitsbedingten Teilrückzug von Fidel Castro im August 2006 hat er nun auch offiziell auf die höchsten Staatsämter verzichtet. Die Macht ist auf seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raul (77) übergegangen. Wird er den längst überfälligen Öffnungsprozess des letzten sozialistischen Landes in der westlichen Hemisphäre einleiten oder nur Beschönigungen an derFassade vornehmen? Für welche Konzepte steht er, was sind seine politischen Ziele? Wird aus ihm ein kubanischer Deng Xiaoping, der nach chinesischem Vorbild die Wirtschaft liberalisiert aber die Macht weiter fest an die Kommunistische Partei bindet? Bernd Wulffen, der von 2001 bis 2005 deutscher Botschafter in Havanna war und 2006 mit seinem Buch »Eiszeit in den Tropen« eine brillante Analyse der internen Machtverhältnisse Kubas vorgelegt hat, beschreibt den Lebensweg Raul Castros und seiner unmittelbaren Mitstreiter aus intimer Kenntnis des Landes. Er hinterfragt die ersten vorsichtigen Reformschritte, wobei er die Sicht von Spitzenfunktionären genauso mit einbezieht wie die der Oppositionellen.
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