Die Studie erfasst analytisch den multidimensionalen Ansatz "Antifaschismus". Ausgehend von dem "Antifaschismus"-Verständnis von Linksextremisten und seinen Selbstlegitimierungsmustern werden die wichtigsten Akteure vorgestellt. Zeitlich geht es um die Entwicklung des "Antifaschismus" unter wechselnden Rahmenbedingungen seit der deutschen Wiedervereinigung. Der Hauptteil ist der Praxis des linksextremistischen "Antifaschismus" gewidmet. Er versucht zu beschreiben, mit welchen Mitteln und in welchem - über die "repressive Toleranz" einer parlamentarischen Demokratie weit hinausgehenden - Ausmaß Linksextremisten Rechtsextremisten bekämpfen, darüber hinaus aber auch die Staatsordnung. Zu dieser Praxis gehört deshalb außerdem, die bundesdeutsche Rechtsordnung, insbesondere das Grundgesetz, für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren, ein "antifaschistisches" Geschichtsbild zu etablieren und gegen den antitotalitären Konsens zu agitieren. Die abschließende Bilanz ist alarmierend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2014
Die Vorstellung, der Verfassungsschutz sei auf dem rechten Auge blind und sehe links umso schärfer, sieht Rezensentin Petra Weber nach dieser Lektüre bestätigt. Was die Politologin und Verfassungsschützerin Bettina Blank hier aufschreibt, trägt für die Rezensentin deutlich die Züge einer Polemik. Wollen wir's hoffen, denn hinter dem plakativen Titel entdeckt Weber eine Menge Realitätsferne. Das betrifft ihrer Ansicht nach sowohl die von der Autorin konstatierten Systemüberwindungstendenzen der Linksextremisten mit dem Mittel des Antifaschismus, als auch den von ihr geäußerten Extremismusverdacht gegenüber der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Kapitalismuskritik ist kein Extremismus, gibt Weber der Autorin zu bedenken.
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