Mit Issio Ehrich. "Hoffentlich holt der nicht mehr lange Luft." Oder: "Gleich in die Fresse schlagen." Beleidigungen, offener Hass und Gewaltandrohungen dieser Art gehören zum Alltag von Jakob Springfeld. Der 20-Jährige ist einer der jungen Leute in Sachsen, die sich politisch für das linke Lager engagieren. Der junge Autor kämpft gegen Rechts, gegen Hass und auch gegen seine Angst. Aufgeben kommt für ihn nicht in Frage. Er berichtet von seinen Versuchen, das andere Gesicht Sachsens sichtbar zu machen: Es steht für Toleranz, Antirassismus und Demokratie. Er möchte den kleinen Terror im Alltäglichen offenlegen, aber auch Strukturen aufzeigen, die es rechten Bauernfängern viel zu leicht machen und spart dabei Polizei und Kommunalpolitik von Kritik nicht aus. In seinem Buch beschreibt er, warum im Osten der Boden für die Instrumentalisierung von Existenzängsten besonders fruchtbar ist. Aber struktureller Rassismus und Rechtsextremismus sind Probleme, aus denen eine gesamtdeutsche Bedrohung hervorgeht, in Halle wie in Hanau.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2024
Dieses Buch sollte Schullektüre werden, ist Kritikerin Christine Knödler überzeugt: Der junge Student Jakob Springfeld hat gemeinsam mit dem Journalisten Issio Ehrich über seine Erfahrungen als Linker in Zwickau geschrieben. Dass sich dort eine der Nazi-Hochburgen Deutschlands befindet, merkt er jeden Tag: Neonazis lauern ihm auf, nachdem er 2015 begann, sich für Geflüchtete einzusetzen, die Zwickauer Ortsgruppe von Fridays for Future mitbegründet und so zu einer öffentlichen Person wird, erfahren wir. Für Knödler schreibt Springfeld aus der wichtigen Perspektive eines Aktivisten, der nicht viel älter ist als das anvisierte Publikum, so "mutig und ermutigend". Ein wichtiges Buch, das dringlicher kaum sein könnte, resümiert sie.
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