Mit zahlreichen Illustrationen. "Ich bin nicht anders als früher, außer, dass ich einer Verwechslung auf die Spur gekommen bin." Leo hat einen schönen neuen Namen: Jennifer. Woher sie ihren echten Namen kennt, weiß Jennifer selbst nicht. Aber sie ist sehr froh, eines Tages endlich mit ihm aufgewacht zu sein. Wie mit etwas, mit dem man besser atmen kann. Nur die Erwachsenen kapieren es erst mal nicht. Die glauben tatsächlich immer noch, sie wäre Leo, ein Bub. So ein Unsinn, finden der dicke Gabriel, Anne und Stella. Als weltbeste Freunde und treue Begleiterinnen beim Kaugummikauen, Schuleschwänzen, Kleiderprobieren und Sichselbstfinden sehen sie das Ganze nämlich genau wie die Katze. Die ist weder froh noch traurig über Leos neuen Namen. Er ist ihr ganz egal. Herzhaft und in heiterem Ton, gar nicht als Problemgeschichte, erzählt die Wiener Autorin Franz Orghandl vom Transgender-Kind Jennifer. Das Thema begegnet Kindern heute immer öfter in ihrem Umfeld. Jennifers Erfahrungen damit machen klar, was im Leben wirklich zählt.
Als der circa achtjährige Leo seiner Familie in diesem Kinderbuch sagt, dass sein Name jetzt Jennifer sei, reagiert nur die titelgebende Katze unbefangen, erzählt Rezensentin Maria Riederer. Das Kind spürt, so die Rezensentin, dass es bei all seinen Familienmitgliedern Unbehagen auslöst, weshalb es für eine Weile zwischen Leo und Jennifer changiert, auf der Erzählebene wird seine Verunsicherung an wechselnden Personalpronomen greifbar. Die Kritikerin findet, dass die Not junger Menschen bei ihrer Identitätsfindung so sehr gut zur Geltung kommt und empfiehlt das Buch jedem, der Kindern das Thema Transgender nahebringen möchte.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.04.2020
Im diesem Kinderbuch von Franz Orghandl und Theresa Strozyk stimmt wirklich alles, meint die begeisterte Rezensentin Sylvia Schwab. Erzählt wird die Geschichte von Leo, der merkt, dass er eigentlich ein Mädchen ist und dann zu Jennifer wird. Die Rezensentin lobt, wie unaufgeregt und lustig dieses "wuchtige" Thema hier behandelt werde. So teile Jennifer ihren Eltern, Lehrern und Freunden sehr selbstbsicher ihre Entdeckung mit, und der Autor erzähle "undramatisch" von schwierigen, aber auch komischen Situationen, die darauf folgen. Auch die schwarz-roten Illustrationen von Theresa Strozyk findet die Rezensentin "herrlich locker" und gleichzeitig "versonnen". Damit passen sie für die Rezensentin perfekt zur Geschichte, die ebenfalls heiter daherkomme, aber auch Momente der Einsicht biete. Schwab applaudiert diesem "im besten Sinne aufklärerischen" Buch für Kinder und möchte unbedingt mehr von dem Künstler-Duo lesen.
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