Mit einem Nachwort, Kurzbiografien und Werkkommentaren von Rainer Peters. Mit einer charakteristischen Partitur-Spielanweisung - "con tutta forza": mit aller Kraft - betitelt Bettina Zimmermann die "persönliche Biografie" ihres Vaters Bernd Alois Zimmermann (1918-1970), eines der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, mit dessen wichtigsten Kompositionen - darunter die Jahrhundert-Oper "Die Soldaten" - auch eine Theorie der Kunst-Vielfalt und philosophische Überlegungen in die Musikgeschichte Einzug hielten, die als "Pluralismus" und Metapher von der "Kugelgestalt der Zeit" zu Begriffen wurden. Die Autorin, die 18 war, als der Vater Suizid beging, verfasst mithilfe einer Fülle bisher unveröffentlichter Dokumente - Gesprächen mit Zeitgenossen, Fotos, Brief- und Noten-Autografen - ein detailreiches Porträt, in dem man auch den ambitionierten Fotografen und Zeichner Zimmermann kennenlernt, den glücklichen Familienmenschen und den mit der Materie ringenden Künstler, den Kommunikator und den Einsamen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2018
Rezensent Josef Oehrlein erhält ein vielschichtiges Porträt des Avantgarde-Komponisten Bernd Alois Zimmermann jenseits aller "Schmerzensmann"-Klischees in dieser Biografie seiner Tochter Bettina. Gemeinsam mit dem Zimmermann-Experten Rainer Peters habe die Autorin eine äußerst lesenswerte Collage aus Beobachtungen, Kommentaren, Gesprächen mit Weggefährten, privaten Fotos und Dokumenten geschaffen, lobt der Kritiker, der hier nicht nur erfährt, wie stark Zimmermann durch seine streng katholische Erziehung geprägt war oder wie sehr er auch nach den Kriegsgräueln des Zweiten Weltkriegs immer wieder unter schweren Depressionen litt, sondern er lernt Zimmermann hier auch als geselligen und lebensbejahenden Familienvater kennen. Mit großem Interesse liest er darüber hinaus jene Kapitel, die Bettina Zimmermann dem quälenden Entstehungsprozess von Zimmermanns Hauptwerk, der Oper "Die Soldaten" widmet.
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