In "Der Duft der Kiefern" taucht die Berliner Autorin in ihre Kindheit ein und stößt dabei auf Verdrängung und Lügen. Was hat ihr Großvater Heinrich, angeblich als Buchhalter bei der Wehrmacht in Riga stationiert, von den Gräueltaten der Nazis gewusst? War er vielleicht selbst beteiligt? Bald stellt sich die Frage nach der Mitschuld ihrer Familie. Sie erfährt, dass diese in einem Haus lebte, das ehemals von jüdischen Mitbürgern bewohnt war. Hat die Familie von der Enteignung profitiert oder war sie gar dafür verantwortlich?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021
Fritz Göttler liest Bianca Schaalburgs Graphic Novel als Meditation über die Zeit und die Macht der Erinnerung. Wie die Autorin in Zeitsprüngen über ihre Familie erzählt, Erinnerungen an die Großeltern, Nachforschungen zu ihrer Vergangenheit im Krieg, wie sie Düfte und Bilder ihre Erinnerung anstoßen lässt, findet er bewegend. Was wusste der Großvater, der auf dem Foto vor der Lagerbaracke in Riga posiert, vom Holocaust? Göttler versteht das Buch auch als Dialogangebot an den Leser mit seiner eigenen Geschichte. Er nimmt gerne an.
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