Zum Teil in englischer Sprache.Der interdisziplinäre und internationale Sammelband untersucht im ersten Teil, wie sich die von den Medien inszenierte symbolische Politik als bildschirmgerechtes und machtorientiertes Polittheater darstellt. Die Bandbreite der Analysen reicht von Bush und Schwarzenegger über Berlusconi bis hin zu den neuen sozialen Bewegungen, wobei die mediatisierte Performanz und Performativität sowohl von institutionalisierter wie nicht institutionalisierter Politik diskutiert wird. In einem zweiten Teil wird beispielhaft aufgezeigt, mit welchen Strategien das politische Theater, die Bühne, versucht, den Machtanspruch des Polittheaters zu unterlaufen, indem es symbolische Politik kritisch reflektiert. Vor dem Hintergrund der Macht thematisiert die Essaysammlung damit die Überschneidungen und Zusammenhänge von performativer Politik, Performanz und Polittheater sowie deren Gegenstück, die Bühnenkunst.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2006
Voller interessanter Gedanken ist dieser Aufsatzband über die Zusammenhänge von Politik und Theater (mit sieben englischen und neun deutschen Beiträgen) aus der Sicht von Rezensent Thomas Leuchtenmüller. Er sei getragen von der These, dass sich Macht "nicht durch Sein, sondern durch Scheinhaftigkeit" vermitteln würde. Demnach sei visuell transportierter Schein wirkungsvoller als Echtheit, was auch die Auftritte von Politikern für die edierende Heidelberger Germanistin zum klaren Fall für die Theaterwissenschaft mache. Verhandelt werden Leuchtenmüller zufolge Figuren wie Berlusconi oder Schwarzenegger, aber auch die Strategien politischen Theaters von Albert Ostermeier oder Rene Pollesch, sowie die Parallelen zwischen dem politischen Theaters und der Performanz von Politikern. Die Beiträge zeichnen sich für den Rezensenten fast durchweg durch wenig Hang zum Dogmatismus und kluge Analysen aus.
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