Lebende Bilder, tableaux vivants, sind szenische Arrangements von Personen, die für kurze Zeit stumm und bewegungslos gehalten werden und sich so für den Betrachter zu einem Bild formieren. Birgit Jooss legt mit diesem Buch ein weitgefächertes Panorama über eine Kunstgattung vor, die bislang in der Kunst- und Theaterwissenschaft nur marginal Erwähnung fand.
Von einer ausgestorbenen Kunstform berichtet die kulturwissenschaftliche Arbeit von Birgit Joos, die Wolfgang Müller mit Interesse zur Kenntnis genommen hat. Was sind lebende Bilder? Gemeint ist die stumme und bewegungslose Nachstellung von Kunstwerken, erläutert Müller, die in der Goethezeit besonders populär war. Joos habe eine sehr reichhaltige Quellen- und Materialsammlung zu diesem "seltenen Thema" zusammengetragen, lobt Müller, aber vor allem sei ihr die Verbindung der historischen Kunstform mit der Gegenwart gelungen, mit den Fotoinszenierungen einer Cindy Sherman, den Performances von Marina Abramovic. Heute funktionierten die lebenden Bilder ganz anders, meint Müller: der Weg über das Bild wird ausgespart, sie übertragen sich direkt vom Kopf auf den Körper. Wo doch in Privatwohnungen wieder mehr Salonkultur gepflegt werde, hofft der Rzensent, käme vielleicht auch die Kunst der lebenden Bilder wieder mehr in Mode.
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