Birgit Pelzer, Reinhold Reith

Margarine

Die Karriere der Kunstbutter
Cover: Margarine
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783803136053
Gebunden, 161 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Napoleon III. hatte einen Preis ausgelobt, er suchte ein billiges und zugleich haltbares Fett für das Militär. So wurde 1869 die Margarine erfunden. Bald wurden ähnliche Produkte aus tierischen Fetten in Mittel- und Nordeuropa und Nordamerika als "Kunstbuter" entwickelt und verbreiteten sich schnell. Die Autoren beleuchten die 130jährige Karriere dieses "Surrogats" von allen Seiten...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001

Bei dem Band über die Karriere der Kunstbutter fühlt die Rezensentin Sabine Sütterlin sich ziemlich allein gelassen. Dass es den Autoren Birgit Pelzer und Reinhold Reith in ihrer Darstellung um eine "spezifisch deutsche Symbolik" geht, musste sie sich selbst zusammenreimen. Und wird der Streit um die "richtigen" und die "falschen" Fette angesprochen, wartet sie vergebens auf eine Beantwortung der Frage, ob nun Butter oder Margarine gesünder ist. Als "historisches Panorama", so die mittelschwer enttäuschte Rezensentin, sei der Band immerhin ganz spannend zu lesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2001

Burkhard Spinnen räumt zwar ein, dass man in diesem Band allerhand über Margarine, über erlaubte oder verbotene Zusatzstoffe und die Gründe erfährt, weshalb die Margarineproduktion unter manchen Regierungen "behindert oder gefördert" wurde. Neben dem umfangreichen Material gefällt ihm auch der flüssige Stil des Buchs, die Illustrierung und auch die Gliederung. Doch insgesamt fehlt dem Rezensenten hier etwas. Denn schließlich handelt es sich, wie er anmerkt, nicht um einen Ernährungsratgeber, sondern um eine kulturgeschichtliche Abhandlung, und da hätte Spinnen doch mehr als eine Sammlung von Daten erwartet. Er vermisst "eine Deutung des Materials", die seiner Ansicht nach von den Autoren viel zu selten gewagt wurde, etwa dann, wenn es um den Stellenwert der "'guten' Butter" bei ärmeren Schichten geht. Der Rezensent hätte sich mehr Überlegungen dieser Art gewünscht.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2001

Ein Buch über Margarine. Also schön, auch das, scheint sich Thomas Goebel zunächst zu sagen. Dann aber erkennt er schnell die Ergiebigkeit dieses Gegenstands: Margarine, findet er, sei ein typisches Produkt der industriellen Gesellschaft und eng genug verbunden mit dem Alltagsleben der Menschen, um mit sich wandelnden Wertvorstellungen aufgeladen zu werden. Na bitte, wie geschmiert. Groß inspiriert hat den Goebel das Buch aber trotzdem nicht. Was er uns mitteilt, sind ein paar Stationen der fettigen Karriere von Napoleon bis zur Lifestylevermarktung unserer Tage, nebst dem brennenden Wunsch, anstatt über manches produktionstechnische Detail, doch noch etwas mehr zu erfahren "über kollektive Wahrnehmungs- und Wertemuster". Vielleicht ja bei der nächsten Stulle.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…