Napoleon III. hatte einen Preis ausgelobt, er suchte ein billiges und zugleich haltbares Fett für das Militär. So wurde 1869 die Margarine erfunden. Bald wurden ähnliche Produkte aus tierischen Fetten in Mittel- und Nordeuropa und Nordamerika als "Kunstbuter" entwickelt und verbreiteten sich schnell. Die Autoren beleuchten die 130jährige Karriere dieses "Surrogats" von allen Seiten...
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.11.2001
Bei dem Band über die Karriere der Kunstbutter fühlt die Rezensentin Sabine Sütterlin sich ziemlich allein gelassen. Dass es den Autoren Birgit Pelzer und Reinhold Reith in ihrer Darstellung um eine "spezifisch deutsche Symbolik" geht, musste sie sich selbst zusammenreimen. Und wird der Streit um die "richtigen" und die "falschen" Fette angesprochen, wartet sie vergebens auf eine Beantwortung der Frage, ob nun Butter oder Margarine gesünder ist. Als "historisches Panorama", so die mittelschwer enttäuschte Rezensentin, sei der Band immerhin ganz spannend zu lesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2001
Burkhard Spinnen räumt zwar ein, dass man in diesem Band allerhand über Margarine, über erlaubte oder verbotene Zusatzstoffe und die Gründe erfährt, weshalb die Margarineproduktion unter manchen Regierungen "behindert oder gefördert" wurde. Neben dem umfangreichen Material gefällt ihm auch der flüssige Stil des Buchs, die Illustrierung und auch die Gliederung. Doch insgesamt fehlt dem Rezensenten hier etwas. Denn schließlich handelt es sich, wie er anmerkt, nicht um einen Ernährungsratgeber, sondern um eine kulturgeschichtliche Abhandlung, und da hätte Spinnen doch mehr als eine Sammlung von Daten erwartet. Er vermisst "eine Deutung des Materials", die seiner Ansicht nach von den Autoren viel zu selten gewagt wurde, etwa dann, wenn es um den Stellenwert der "'guten' Butter" bei ärmeren Schichten geht. Der Rezensent hätte sich mehr Überlegungen dieser Art gewünscht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2001
Ein Buch über Margarine. Also schön, auch das, scheint sich Thomas Goebel zunächst zu sagen. Dann aber erkennt er schnell die Ergiebigkeit dieses Gegenstands: Margarine, findet er, sei ein typisches Produkt der industriellen Gesellschaft und eng genug verbunden mit dem Alltagsleben der Menschen, um mit sich wandelnden Wertvorstellungen aufgeladen zu werden. Na bitte, wie geschmiert. Groß inspiriert hat den Goebel das Buch aber trotzdem nicht. Was er uns mitteilt, sind ein paar Stationen der fettigen Karriere von Napoleon bis zur Lifestylevermarktung unserer Tage, nebst dem brennenden Wunsch, anstatt über manches produktionstechnische Detail, doch noch etwas mehr zu erfahren "über kollektive Wahrnehmungs- und Wertemuster". Vielleicht ja bei der nächsten Stulle.
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