Dass die herkömmliche Nationalgeschichte heute ein intellektuell unbefriedigendes und überholtes Unterfangen ist, darüber sind sich etliche der Historiker und Historikerinnen in Deutschland einig. In der heutigen vernetzten Welt, unzweifelhaft ein Ergebnis von historischen Globalisierungsprozessen, steigt das Interesse an der Geschichte außerhalb Europas und der USA. Sehr viel weniger Übereinstimmung herrscht allerdings darüber, wie nun eine Geschichte jenseits der Nationalstaaten zu konzipieren sei. Dabei werden von Seiten derer, die außereuropäische Geschichte betreiben, verstärkt auch Bedenken angemeldet gegenüber dem neuen Paradigma.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2008
Andreas Eckert hat die Auseinandersetzungen zwischen nationalgeschichtlichen Ansätzen und der sogenannten Globalhistorie mitverfolgt. Über den von Birgit Schäbler herausgegebenen Band freut er sich schon deshalb, verschaffen ihm die Beiträge doch einen Einblick in die herrschenden Spannungsverhältnisse. Die Warnung des Bandes vernimmt Eckert allerdings auch, wenn er hier über die Stärken regional grundierter Globalgeschichte liest. Dem durch den Globalisierungsprozess initiierten Bedarf nach einer grenzüberschreitenden Perspektive auf die eigene Gesellschaft, weiß Eckert nach dieser Lektüre, arbeitet eine auf außereuropäische Quellen gestützte historische Analyse durchaus zu.
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